Mixed Zone Ballesteros verkündet Abschied, Ullrich eigene Version
Hamburg - Severiano Ballesteros gab heute am Rande der British Open im schottischen Carnoustie sein Karriereende bekannt. "Das war die schwierigste Entscheidung meines Lebens, aber ich habe einfach nicht mehr die nötige Leidenschaft", sagte Ballesteros, "ich habe noch ein paar gute Jahre in mir und die möchte ich am liebsten mit meiner Familie verbringen."
Der Spanier spielte seit 1974 auf der Tour, hat in seiner Laufbahn drei Mal die British Open und zwei Mal das Masters gewonnen. Seine 50 Erfolge auf der europäischen Tour sind noch immer Rekord. Insgesamt hat der 50-Jährige 89 Turniersiege auf seinem Konto. Acht Mal stand Ballesteros im Ryder Cup-Team, 1997 war er Kapitän der siegreichen europäischen Mannschaft. Noch vor ein paar Tagen hatte er auf seiner Homepage Spekulationen zurückgewiesen, er sei gesundheitlich angeschlagen.
Jan Ullrich hat eine eigene Version des Artikels der "L'Equipe" über sein Leben nach dem Rücktritt vom Radsport ins Netz gestellt. Im Gegensatz zu dem vor einer Woche erschienenen Beitrag der französischen Sportzeitung, fehlen in der Übersetzung auf Jan Ullrichs Internet-Seite Vorwürfe gegen seinen früheren Team-Kollegen und jetzigen T-Mobile-Sportchef Rolf Aldag. So erscheint in der Ullrich-Übersetzung nicht der auf Aldag gemünzte Begriff des "Märchenerzählers", der im "L'Equipe"-Beitrag stand.
Ullrich soll laut "L'Equipe" nach Aldags Doping-Geständnis seinem früheren Kollegen im Mai eine SMS mit folgendem Inhalt geschickt haben: "Wenn ich ein Buch schriebe, wärst du die Hauptperson als Märchenerzähler." Aldag sagte, er habe diese Mitteilung nie erhalten. In der Fassung auf Ullrichs Homepage heißt es dazu nur: "Da habe ich ihm eine SMS geschickt und ihm gesagt, dass er die Hauptfigur sein würde, falls ich einmal ein Buch schreiben würde."
Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat die Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie die Trainer Emil Hoch und Walter Mayer lebenslang ausgeschlossen. Perner und Rottmann waren bereits vom Internationalen Olympischen Komitee lebenslang gesperrt worden. Den Vorwurf des Blutdopings bestätigte der ÖSV erstmals in der vergangenen Woche in seinem Abschlussbericht. Gleichzeitig fordert der ÖSV vom Österreichischen Olympischen Komitee aber auch, die Entscheidungen zu überdenken, 13 Betreuer und Ärzte nie wieder für Olympia zu akkreditieren.
Der unter Dopingverdacht stehende Eddy Mazzoleni hat Berichte über seinen Rücktritt vom Radrennsport dementiert: "Es ist nicht richtig, dass ich aufhöre. Ich habe mich lediglich entschlossen, meinen Vertrag mit Astana aufzulösen", sagte der Radprofi heute der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Er habe dies getan, um dem Team und seinen Profi-Kollegen nicht zu schaden. Zuvor hatten italienische Medien unter Berufung auf eine Astana-Mitteilung Mazzolenis Rückzug vom Radrennsport gemeldet.
Mazzoleni ist in die Operation "Oil for Drug" verwickelt. Die Antidoping-Kommission in Rom wirft Mazzoleni Epo-Doping vor. Die italienische Gesundheits-Polizei hatte am 27. April 2004 vor dem Rad-Klassiker Lüttich-Bastogne ein Telefongespräch von ihm mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Carlo Santuccione abgehört. Darin habe er mit dem Mediziner über Epo-Doping gesprochen: "Ich habe 4000 Einheiten unter die Haut gespritzt", soll Mazzoleni gesagt haben. "Ich warte das Urteil des Nationalen Olympischen Komitees ab, erst danach werde ich eine Entscheidung treffen", betonte der 33-jährige Profi. Wenn es positiv ausfalle, fahre er weiter.
In "beiderseitigem Einverständnis" haben sich der japanische Formel-1-Rennstall Honda und Sportdirektor Gil de Ferran mit sofortiger Wirkung getrennt. Dies teilte das Team sechs Tage vor dem Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring am Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) mit. "Ich bin sehr enttäuscht darüber, das Team zu verlassen", wurde de Ferran in der Honda-Pressemitteilung von Montagabend zitiert. Seine Entscheidung nach mehr als zehn Jahren der Verbundenheit sei ihm nicht leicht gefallen. Er habe aber das Gefühl, seine Rolle nicht so erfüllt zu haben, wie er es sich vorgestellt hatte, so der 39 Jahre alte, ehemalige Rennfahrer.
fs/dpa/sid