Mixed Zone Klitschko muss warten, Sinkewitz will auspacken
Hamburg - Der des Dopings überführte Radprofi Patrik Sinkewitz will wie sein inzwischen für ein Jahr gesperrter Kollege Jörg Jaksche als Kronzeuge aussagen. Der 26-Jährige muss sich zuerst vor der Staatsanwaltschaft Bonn und dann am 24. Oktober vor dem Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) verantworten. Sinkewitz hofft darauf, von der am 1. Januar 2008 in Kraft tretenden neuen Kronzeugenregelung der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zu profitieren und mit einer kurzen Sperre davonzukommen. Sinkewitz war Anfang Juni während des Trainings positiv auf Testosteron getestet worden. Er verzichtete auf die Öffnung der B-Probe und gestand den Gebrauch eines verbotenen Gels. T-Mobile entließ daraufhin Sinkewitz.
Der frühere Schwergewichts-Weltmeister Witali Klitschko wird womöglich länger als geplant auf sein Comeback warten müssen. Als Herausforderer wollte der Ukrainer Anfang 2008 gegen den Sieger des ursprünglich für den 6. Oktober angesetzten WBC-Duells zwischen Titelverteidiger Oleg Maskajew und dem Nigerianer Samuel Peter in den Ring steigen. Maskajew jedoch zog sich im Training eine Rückenverletzung zu und muss den Kampf absagen. Der Russe hatte ursprünglich auf den Kampf gegen Peter verzichten und gleich gegen Witali Klitschko antreten wollen. Klitschko seinerseits hatte ein geplantes Comeback gegen US-Profi Jameel McCline wegen eines Bandscheibenvorfalls absagen müssen.
Der Streit um die Zukunft der Radsportserie ProTour zwischen der Amaury Sport Organisation Aso und dem Weltverband UCI droht zu eskalieren. Die Aso, die die Tour de France und andere Sportereignisse veranstaltet, wies in einer Pressemitteilung jüngste Vorschläge der UCI für einen "europäischen Kalender" als "unakzeptabel und schädlich" zurück. Die UCI-Vorschläge zielten, so die Aso, darauf ab, Klassiker-Rennen wie Paris-Roubaix oder Lüttich-Bastogne-Lüttich zu entwerten. Bereits während der Tour de France waren Aso und UCI heftig aneinander geraten. Die Aso warf dem Weltverband vor, zu wenig im Kampf gegen Doping im Radsport zu unternehmen.
Audi-Fahrer Martin Tomczyk startet am Sonntag beim vorletzten Saisonlauf im Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) in Barcelona von der Pole-Position. Der Gesamtzweite verwies heute in der Qualifikation den zweimaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen aus Finnland im Mercedes-Benz auf Rang zwei. Der schwedische Spitzenreiter Mattias Ekström im zweiten Audi kam auf dem Circuit de Catalunya nicht so gut zurecht und geht am Sonntag (13.45 Uhr, live in der ARD) lediglich von Position zehn aus ins Rennen. In der Gesamtwertung führt Ekström (44 Punkte) vor Tomczyk (40). Und Mercedes-Pilot Bruno Spengler (34). Titelverteidiger Bernd Schneider (Mercedes) ist mit 16,5 Punkten bereits abgeschlagen. Das letzte DTM-Rennen dieser Saison wird 14. Oktober in Hockenheim ausgetragen.
ach/sid/dpa