Mixed Zone: Nowitzki gesperrt, Holyfield legt Protest ein - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mixed Zone Nowitzki gesperrt, Holyfield legt Protest ein

Den Titel verteidigt: Die "Wild Oats XI" gewann die Sydney-Hobart-Regatta - zum vierten Mal hintereinander. Evander Holyfield hat Protest gegen das Urteil seines WM-Kampfes gegen Nikolai Walujew eingelegt. Dirk Nowitzki ist für eine NBA-Partie gesperrt worden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks ist für seine Tätlichkeit gegen Matt Harpring von den Utah Jazz für ein Spiel gesperrt worden. Das gab die NBA am Sonntag bekannt. Nowitzki fehlt den Mavericks damit in der Partie in der Nacht auf Montag bei den Los Angeles Clippers. Eine Geldstrafe muss der 30-Jährige nicht bezahlen. Bei der 88:97-Niederlage gegen Utah musste Nowitzki 9:48 Minuten vor der Schlusssirene in die Kabine, weil er Harpring bei einem Gerangel unter dem Korb ins Gesicht geschlagen hatte. "Es sah nach einem unabsichtlichen Foul aus, aber sie sagten, seine Faust sei geschlossen gewesen", sagte Dallas-Coach Rick Carlisle zum Vorfall.

Die australische Yacht "Wild Oats XI" hat zum vierten Mal in Serie den Segelklassiker Sydney Hobart Race gewonnen. Trotz der Kollision mit einem zwei Meter langen Haiabsolvierten Skipper Mark Richard und seine Crew den 628 Seemeilen langen Kurs von Sydney nach Hobart auf Tasmanien in nur einem Tag, 20 Stunden, 34 Minuten und 14 Sekunden.

Als zweites Boot erreichte am Sonntag die australische "Skandia" die Ziellinie. Dritte wurde zum zweiten Mal hintereinander "Ichi Ban" aus Australien. Die einzige deutsche Yacht, die "Walross 4" aus Berlin mit Skipper Christian Masilge, wird voraussichtlich am Montag einlaufen.

Evander Holyfield will sich offenbar mit seiner Niederlage im Titelkampf am 20. Dezember in Zürich gegen Box-Weltmeister Nikolai Walujew nicht abfinden. Laut der Tageszeitung "Atlanta Journal Constitution" hat der 46 Jahre alte US-Amerikaner beim Weltverband WBA gegen das Urteil protestiert. "Ich möchte nur erreichen, was mir gerechterweise zusteht. Ich habe nicht verloren. Ich habe den Kampf gewonnen", wird Holyfield in der Zeitung zitiert. Der viermalige Weltmeister aus den USA ist der Ansicht, dass seine Leistung für einen Sieg ausreichend war. Die Punktrichter jedoch hatten nach den zwölf Runden mit 116:112, 115:114 und 114:114 zu Gunsten von Walujew gewertet.

Der HSV Hamburg hat sich mit dem siebten Sieg in Folge in der Handball-Bundesliga vor der sechswöchigen WM-Pause auf Platz zwei verbessert. Die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb gewann bei der HSG Wetzlar 29:28 (16:17) und schob sich dank der besseren Tordifferenz an den punktgleichen Teams aus Lemgo und Magdeburg (alle 27:9) vorbei. Souveräner Spitzenreiter ist Meister THW Kiel (35:1), der am Samstag in Dormagen gewonnen und einen neuen Startrekord aufgestellt hatte. Bester Werfer der Hamburger war der polnische Vize-Weltmeister Marcin Lijewski mit acht Toren, bei Wetzlar erzielte Nationalspieler Sven-Sören Christophersen elf Treffer.

Liga-Konkurrent SG Flensburg-Handewitt hat derweil seinen Protest gegen die Wertung des Spiels gegen die Rhein-Neckar Löwen (29:30) zurückgezogen. "Wir haben mit unseren Juristen beratschlagt und sehen keine Aussicht auf Erfolg", teilte SG-Geschäftsführer Fynn Holpert auf der Internetseite des Vizemeisters mit. Die Flensburger hatten Protest gegen die Spielwertung eingelegt, da nach ihrer Ansicht der Treffer von Oscar Carlen zum 30:30 noch in der regulären Spielzeit gefallen war. Das Kampfgericht hatte in der Begegnung am 23. Dezember entschieden, das Tor sei erst nach Ablauf der Spielzeit erzielt worden.

"Wir haben im deutschen Eishockey 30 Jahre geschlampt"

Ex-Bundestrainer Hans Zach hat heftige Kritik an den Verantwortlichen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geübt. "Es ist ein Teufelskreis. Wir haben im deutschen Eishockey seit der olympischen Bronzemedaille 1976 über 30 Jahre geschlampt. Wir haben keine Persönlichkeiten im Vorstand", sagte der Coach der Hannover Scorpions im Interview mit der "Welt". Da von Liga- und Verbandsseite "nicht an den sportlichen Problemen angesetzt" werde, regte Zach eine neuerliche Reform an. " Was wir brauchen, sind zwei höchste Ligen von je zwölf Mannschaften, verbunden durch Auf- und Abstieg. Acht Ausländer in der obersten Liga, vier in der zweiten und keine in den Ligen darunter. Dann könnten viele deutsche Spieler spielen", so Zach.

In der DEL vertrete jeder zu 90 Prozent die Interessen seines Clubs und nur zu zehn Prozent die der Liga. "Es muss aber jemand zu hundert Prozent das Wohl und der Wehe der Liga im Auge haben. Es fehlt ein starker Mann, der sagt: So und so wird es gemacht." DEB- und DEL-Obere wollten es laut Zach "jedem Recht machen. Aber das ist gefährlich. Ein Rezept für Erfolg habe ich nicht. Aber ein todsicheres Rezept für Misserfolg: Wenn man es jedem Recht machen will." Er selbst sei in sechs Jahren als Bundestrainer (1998 bis 2004) zu keiner DEL-Sitzung eingeladen worden.

Goldmann als Dopingtäter in der früheren DDR angesehen

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wird sich zum Jahresende von seinem Wurftrainer Werner Goldmann trennen. Der 58-Jährige, der auch Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting betreut, wird laut eines Berichts des Deutschlandfunks von der Doping-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nach abschließender Prüfung als Dopingtäter in der früheren DDR angesehen. "Der Arbeitsvertrag mit Werner Goldmann wird am 31. Dezember 2008 auslaufen", sagte Norbert Brenner, stellvertretender DLV-Generalsekretär, im Deutschlandfunk. Vor den Olympischen Spielen im August in Peking hatte Werner Goldmann demnach wahrheitswidrig eine Ehrenerklärung unterschrieben, zu keiner Zeit in Doping-Praktiken verstrickt gewesen zu sein. Jetzt drohen dem Trainer weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen.

In der ZDF-Sendung "Frontal21" im Juli 2008 hatte der frühere DDR-Kugelstoßer Gerd Jacobs mitgeteilt, Anfang der 80er Jahre von Goldmann unter anderem mit dem Anabolikum Oral-Turinabol versorgt worden zu sein. Bereits Ende der 90er Jahre hatten zwei ehemalige Athletinnen Goldmann vorgeworfen, ihnen als Minderjährige Dopingmittel gegeben zu haben. Ein Strafverfahren gegen ihn wurde damals gegen Zahlung von 2000 Euro eingestellt.

luk/fsc/sid/dpa