NBA-Profi Bogues: 160 Zentimeter Dynamit - DER SPIEGEL
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NBA-Profi Bogues 160 Zentimeter Dynamit

Er war ein guter Aufbauspieler und gefürchteter Balldieb in der NBA - dabei ist Tyrone "Muggsy" Bogues gerade mal 1,60 Meter groß. Im zweiten Teil des Porträts schildert das Magazin "FIVE", wie der Winzling sogar Center-Gigant Patrick Ewing blamierte.
NBA-Phänomen Bogues (r., 1995 gegen Michael Jordan): Klein, aber erfolgreich
NBA-Phänomen Bogues (r., 1995 gegen Michael Jordan): Klein, aber erfolgreich

NBA-Phänomen Bogues (r., 1995 gegen Michael Jordan): Klein, aber erfolgreich

Foto: RUTH FREMSON/ ASSOCIATED PRESS
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Dies ist der zweite Teil des "FIVE"-Porträts über Tyrone "Muggsy" Bogues. Zum ersten Teil gelangen Sie hier.

An der Highschool hat Muggsy Bogues trotz seiner nur 1,60 Meter Körpergröße alle Kritiker zum Schweigen gebracht. Nächste Station ist die Wake Forest University. Auch dort glauben viele zunächst nicht an ihn. Er sei einfach zu klein für das College-Level, durchsetzen werde er sich nie, sein maximales Potential sei längst erreicht.

In seiner Freshman-Spielzeit 1983/1984 scheint es zunächst, als würden die Zweifler recht behalten. Doch schon im zweiten Jahr liefert Bogues pro Spiel gut sieben Assists. Ein Jahr später nimmt er mit der Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 1986 in Spanien teil. Dort gewinnt er zusammen mit den späteren NBA-Profis David Robinson, Kenny Smith und Steve Kerr die Goldmedaille. Im Finale (87:85) gegen die Sowjetunion kommt Bogues auf fünf Vorlagen und zehn Ballgewinne.

Als Senior verbessert der Spielmacher seine Statistiken noch einmal. 9,5 Vorlagen sowie 14,8 Punkte und 3,8 Rebounds gelingen ihm. "Als ich fürs College rekrutiert wurde, habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich es in die NBA schaffen kann", sagt Bogues.

Tatsächlich zeigt der Aufbauspieler schnell, dass er sogar bei den Profis mithalten kann. Nach einer soliden Rookie-Spielzeit (fünf Punkte und 5,1 Assists) bei den Washington Bullets geht es für Bogues zu den neu gegründeten Charlotte Hornets.

Johnson und Mourning sind die Stars, Bogues das Herz

Dort kann Bogues an seine College-Leistungen anknüpfen und wird schnell zum Publikumsliebling. Nach einem Trainerwechsel in seiner zweiten Spielzeit steigt er zum Starter auf und legt 10,7 Assists pro Partie auf. Das Team verbessert sich stetig. 1991 stößt zunächst Forward Larry Johnson zu den Hornets, ein Jahr später folgt Center Alonzo Mourning. Die Hornets sind eine hippe, junge Mannschaft. Johnson und Mourning sind die Stars, doch Bogues ist das Herz des Teams und der Liebling der Fans.

Mit seiner Schnelligkeit ist Bogues der ideale Spieler für schnelle Tempo-Gegenstöße. In der Ballbehandlung ist er zu souverän, als dass ihm seine Gegenspieler häufig den Ball klauen könnten Zudem verfügt er trotz seiner körperlichen Defizite über eine gute Übersicht und Gefühl für das Spiel.

Auch in der Verteidigung zeigt Bogues seine Klasse. Von größeren Guards lässt er sich nur selten überrennen, weil er extrem hart um seine Position kämpft. Dazu klaut er dem Gegner regelmäßig den Ball - manchmal schon an der Mittellinie.

"Niemand mag es, gegen einen solchen Kerl zu spielen", sagt Maurice Cheeks, damals Aufbauspieler der New Jersey Nets. "Wie eine Mücke ist er immer in deiner Nähe. Es gibt viele Jungs, bei denen du entspannen kannst. Mach das gegen Muggsy, und du bist in Schwierigkeiten." Dank seiner Sprungkraft blockt er 1996 sogar einmal New Yorks Center Patrick Ewing, trotz mehr als 50 Zentimetern Größenunterschied.

Respekt von den Gegenspielern

"Die anderen Spieler haben mich immer respektiert", sagt Bogues. "Nur die Medien haben ständig behauptet, dass ich es nicht schaffen würde." Dreimal erreicht er mit Charlotte die Playoffs, ein größerer Erfolg bleibt jedoch aus.

1997 traden die Hornets schließlich das Herz ihrer Franchise zu den Golden State Warriors. Bogues ist jedoch nach einer Knieverletzung nicht mehr so explosiv wie zuvor. Für die Warriors kommt er zwei weitere Spielzeiten von der Bank. Ein weiteres Jahr läuft er für die Toronto Raptors auf.

Im Sommer 2001 unterschreibt Bogues noch einmal für drei Jahre bei den Dallas Mavericks, doch eine erneute Knieverletzung zwingt ihn zum Karriereende, ohne jemals an der Seite von Dirk Nowitzki gespielt zu haben.

14 Jahre hielt sich Bogues in der NBA - und hat damit nicht nur die Fans beeindruckt. Auch ehemalige Weggefährten sind voll des Lobes. Der frühere Hornets-Trainer Allan Bristow hat seine ganz eigene Einschätzung vom Stellenwert des Winzlings in der NBA-Geschichte: "Es wird eher einen zweiten Larry Bird als einen zweiten Muggsy Bogues geben."

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