Radsport: Armstrong startet beim Giro - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Radsport Armstrong startet beim Giro

Der Terminkalender füllt sich: Lance Armstrong wird den Giro d'Italia 2009 fahren. Das bestätigte er per Video-Botschaft. Das Rennen diene ihm nicht nur als Vorbereitung auf die Tour de France, er wolle es auch gewinnen, so der Amerikaner.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Lance Armstrong verkündete am Montag, dass er im kommenden Jahr auch beim Giro d'Italia an den Start gehen werde. "Ich freue mich auf den Giro", sagte der siebenmalige Sieger der Tour de France in einer Video-Botschaft bei einer Pressekonferenz des Giro-Veranstalters RCS Sport in Mailand. Für Armstrong, der für den Astana-Rennstall fahren wird, ist dies die erste Teilnahme an der Italien-Rundfahrt, die 2009 ihr 100-jähriges Jubiläum feiert.

"Ich habe immer bedauert, nie den Giro gefahren zu sein", sagte der Amerikaner, "endlich kann ich nun mein Debüt geben. Um mich auf die Tour vorzubereiten, muss ich viele Rennen fahren. Da kann mir der Giro sehr nützlich sein." Den Vorwurf, den vom 9. bis 31. Mai stattfindenden Rundfahrt-Klassiker nur als Vorbereitung zur Tour de France im Juli zu "missbrauchen", wies Armstrong zurück: "Ich werde auch nach Italien fahren, um zu gewinnen."

Sein erstes Saisonrennen wird der 37-jährige Armstrong im Januar bei der Tour Down Under in Australien bestreiten. Danach plant er einen Start bei der Kalifornien-Rundfahrt. Angelo Zomegnan von Giro-Organisator RCS Sport freute sich über die Verpflichtung Armstrongs: "Kein Superstar des Radsports hat bislang den Giro ausgelassen. Lance kann im nächsten Jahr das einmalige Kunststück vollbringen, nach der Jubiläums-Tour 2003 auch den Giro an dessen runden Geburtstag zu gewinnen." Zomegnan bestätigte, den Amerikaner Ende September bei einem Besuch in dessen Heimatort Austin eingeladen zu haben.

Vergangene Woche hatten die italienischen Organisatoren bekannt gegeben, dass beim Giro 2008 genommene Dopinproben im Gegensatz zur Tour nicht noch einmal nachträglich auf das Epo-Mittel Cera getestet würden. Dafür gebe es keine Anhaltspunkte, sagte Zomegnan. Riccardo Ricco, zweitplazierter des Giro, war in Frankreich gleich viermal positiv auf Cera getestet worden.

Für einen Start von Armstrong bereits im Januar hatte der Weltverband UCI bereits in der vergangene Woche seine Zusage gegeben. Der Verband machte damit eine Ausnahme von seinem eigenen Reglement, das in Artikel 77 vorsieht, dass sich jeder Profi ein halbes Jahr vor seinem ersten Start ins Anti-Doping-Programm reintegrieren muss. Danach hätte Armstrong erst vom 1. Februar an wieder Rennen fahren dürfen. Die UCI begründete die Entscheidung mit den Verbesserungen im Kontrollsystem und kündigte an, Armstrong "von jetzt an bis zu seiner Rückkehr auf die Straße sehr streng" zu kontrollieren.

fsc/dpa

Mehr lesen über

Verwandte Artikel