US Open: Roger Federer verliert gegen Thomas Berdych - DER SPIEGEL
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Federers Aus bei den US Open Böses Erwachen aus dem Traumsommer

Er war der Topgesetzte - und schied bereits im Viertelfinale aus. Roger Federers Niederlage im Viertelfinale der US Open setzt dem Traumsommer des Schweizers ein bitteres Ende. Während der Weltranglistenerste rätselte, woran es lag, war sich sein Gegner Berdych sicher: an Berdych.
Tennisprofi Federer: "Ein sehr enttäuschendes Match"
Tennisprofi Federer: "Ein sehr enttäuschendes Match"

Tennisprofi Federer: "Ein sehr enttäuschendes Match"

Foto: Adam Hunger / REUTERS
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Hamburg - Der Schock war ihm anzusehen. Roger Federer schulterte seine Tennistaschen und fasste sich mit beiden Händen an den Kopf. Der Tennis-Star konnte es nicht glauben: Raus bei den US Open, und das bereits im Viertelfinale. Es war eine große Enttäuschung für den topgesetzten Schweizer. Und das bittere Ende eines Traumsommers.

"Das war ein Rückschlag und ein sehr enttäuschendes Match für mich. Ich habe von mir erwartet, dass ich besser spiele. Ich hätte niemals den ersten Satz verlieren dürfen", sagte Federer nach dem 6:7 (1:7), 4:6, 6:3, 3:6 gegen den Tschechen Tomas Berdych. Bis dahin hatte Federer alle seine 23 sogenannten "Night Sessions" bei den US Open gewonnen. Diesmal aber verlor "Mister 100 Prozent" vor 23.345 Zuschauern.

Eine Erklärung für seinen enttäuschenden Auftritt konnte Federer jedoch nicht liefern. Die für den Schweizer völlig untypische Quote von 40 unerzwungenen Fehlern und fünf Breaks im gesamten Match ließ Fans und Beobachter ratlos zurück. "Ich hatte so viele Momente in denen ich dachte: 'Mann, es läuft einfach nicht'", sagte Federer.

"Da ist etwas in meinem Spiel, was er nicht mag"

Nein, es lief nicht. Federer hatte offensichtlich Probleme und fand nie seinen Rhythmus. Auch der Gewinn des dritten Satzes, als er einen 1:3-Rückstand noch umbiegen konnte, verhinderte die drohende Niederlage nicht mehr. Das entscheidende Break kassierte Federer zum 3:5 im vierten Satz. Nach 2:42 Stunden beendete Berdych Federers Traum vom sechsten Titel in Flushing Meadows. Das wäre Rekord gewesen.

Sieger Berdych hatte eine Idee, woran Federer gescheitert war - und zwar an Berdych: "Da ist etwas in meinem Spiel, was er nicht mag. Ich kann ihn damit in Schwierigkeiten bringen, selbst wenn er gut drauf ist", sagte der Weltranglistensiebte nach der Partie. Federer stimmte diesem Erklärungsansatz jedoch nicht zu: "Das Problem liegt woanders", sagte der Schweizer.

Auch die lange Pause, die er seit seiner letzten Partie hatte, wollte Federer nicht als Entschuldigung gelten lassen. Seit seinem Sieg gegen den Spanier Fernando Verdasco am Samstag hatte Federer nicht mehr antreten müssen. Sein Viertrunden-Gegner Mardy Fish hatte verletzt aufgegeben. "Ich habe das schon öfter erlebt: Einmal hatte ich sechseinhalb Tage Pause - und habe am Ende Wimbledon gewonnen. Ich glaube nicht, dass dies das Problem war."

Für den Federer war das Viertelfinal-Aus nicht nur das früheste Ausscheiden in Flushing Meadows seit neun Jahren. Es war auch das enttäuschende Ende eines Traumsommers, in dem Federer seinen siebten Wimbledontriumph, die Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspielen in London und der Rückkehr an die Weltranglisten-Spitze feiern konnte. "Ich habe mich gut gefühlt, denn ich hatte einen unglaublichen Sommer", sagte der Schweizer. Immerhin: Die Nummer eins bleibt Federer trotz der Viertelfinal-Pleite.

bka/sid/dpa