Wimbledon Haas und Becker weiter, Kiefer raus
Hamburg - Beide hatten unmittelbar vor dem großen Turnier mutmachende Erfolge gefeiert - und setzten ihren Weg in Wimbledon weiter fort. Sowohl Halle-Gewinner Haas als auch der Sieger von s'Hertogenbosch, Benjamin Becker, gewannen ihre Erstrunden-Matches. Haas reichte beim Nachsitzen am Dienstag eine Kurzschicht zum Einzug in die zweite Runde. Nach der Unterbrechung am Abend zuvor benötigte der 31-Jährige ganze zehn Minuten und zwei Spiele, um den 6:7 (5:7), 7:6 (7:0), 6:3, 6:4-Erfolg gegen den Österreicher Alexander Peya perfekt zu machen.
Tennis-Profi Haas (vorn): Locker in Runde zwei
Foto: Sang Tan/ AP"Die Nacht war natürlich ziemlich unruhig", sagte Haas nach dem kurzen, aber erfolgreichen Auftritt. "Gestern Abend ging es tatsächlich nicht mehr mit dem Licht - und auch der Rasen war rutschig geworden", so Haas. Trotz der Kurzarbeit konnte Haas am Dienstag auf eine weitere Trainingseinheit verzichten. "Runterkommen und ein bisschen relaxen" sei die Devise für den Rest des Tages. Und die übliche Pflege bei seinem neuen Physiotherapeuten Alex Schober.
Ein enormes Tempo legte auch Becker vor, der "mit Selbstvertrauen und breiter Brust", so Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen, vom ersten Titelgewinn aus s'Hertogenbosch nach London gekommen war. Locker fertigte er den Kroaten Roko Karanusic 6:4, 6:4, 6:1 ab. "Das hat man gerne, wenn es so glatt geht", sagte Becker nach dem nur 72 Minuten dauernden "Super-Match".
Während Haas schon am Mittwoch gegen den Franzosen Michael Llodra ("ein gefährlicher Spieler auf Rasen") antritt, erwartet der Weltranglisten-49. Becker am Donnerstag den an Nummer 26 gesetzten Österreicher Jürgen Melzer. Nachdem am Abend auch Mischa Zverev und Philipp Petzschner ihre Auftakthürden meisterten, stehen sieben der zehn deutschen Tennis-Herren in Runde zwei. Zverev überzeugte gegen den Russen Dmitri Tursunow, der beim Stand von 6:4, 6:2, 3:0 für den 21-jährigen Deutschen aufgab. Zverev trifft nun auf Petzschner, der dem US-Amerikaner Rajeev Ram 2:6, 6:1, 7:6 (7:3), 6:1 besiegte.
Überraschend in der ersten Runde ausgeschieden ist dagegen Nicolas Kiefer. Kiefer unterlag dem Franzosen Fabrice Santoro 4:6, 2:6, 2:6 und verlor damit bei seinem zwölften Auftritt zum vierten Mal sein Auftaktspiel. Sein bestes Ergebnis hatte der 31-Jährige bei seiner Premiere 1997, als er bis ins Viertelfinale kam. Ebenfalls raus ist als dritter des zehnköpfigen deutschen Herren-Aufgebots nach Andreas Beck Björn Phau, der dem Rumänen Victor Crivoi 6:4, 1:6, 6:7 (3:7), 6:2, 3:6 unterlag.
Das sich abzeichnende Debakel für die deutschen Tennis-Damen verhinderte Tatjana Malek. Die 21-Jährige setzte sich überraschend 3:6, 7:5, 6:2 gegen Jelena Dokic aus Australien durch, die in der Weltrangliste als Nummer 76 immerhin 25 Plätze besser eingestuft ist. Nächste Gegnerin der Fed-Cup-Spielerin ist die an Nummer 18 gesetzte French-Open-Halbfinalistin Samantha Stosur aus Australien.
Nachdem sich tags zuvor schon Anna-Lena Grönefeld und Kristina Barrois sang- und klanglos aus dem deutschen Damen-Quintett verabschiedet hatten, schied am zweiten Turniertag auch Julia Görges aus. Die 20-Jährige unterlag der einstigen Nummer eins, Jelena Jankovic aus Serbien, 4:6, 6:7 (0:7).