NBA-Playoffs Dallas am Abgrund
Hamburg Dallas verlor am Sonntag gegen New Orleans 84:97 und liegt in der Best-of-seven-Serie fast aussichtslos 1:3 zurück. Den Hornets, die erstmals seit Januar 1998 bei den Mavericks gewinnen konnten, fehlt nur noch ein Sieg zum Weiterkommen. Bereits am Dienstag könnte New Orleans vor eigenem Publikum das Erreichen des Conference-Halbfinals perfekt machen.
Dallas hingegen droht wieder das frühe Aus. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Mavericks in der Auftaktrunde gepatzt. Damals verlor das siegbeste Team der Regular Season gegen Außenseiter Golden State Warriors.
Im ausverkauften American Airlines Center erwischte Dallas den besseren Start, das erste Viertel gewannen die Texaner 30:23. Doch dann drehte New Orleans auf und lag zur Halbzeit 48:44 vorn. Im zweiten Durchgang bauten die Hornets, die zuvor 14 Mal nacheinander bei den Mavericks verloren hatten, ihren Vorsprung auf bis zu 19 Punkte aus (89:70 fünf Minuten vor Spielende). Dallas kam aufgrund einer hohen Fehlerquote bei den Würfen bis zum Schluss nicht mehr ernsthaft heran.
Erschwerend kam hinzu, dass Spielmacher Jason Kidd im Schlussviertel nach einem schweren Foul an Hornets-Guard Jannero Pargo des Feldes verwiesen wurde. Kidd, eigentlich als große Verstärkung gedacht und eigens vor den Playoffs aus New Jersey geholt, hatte zuvor allerdings wieder einmal schwach gespielt. Insgesamt erzielte der bestbezahlte Point Guard der NBA (Jahresgehalt: 19,728 Millionen US-Dollar) für ihn indiskutable drei Punkte.
Auch ein guter Dirk Nowitzki, der mit 22 Punkten bester Mavericks-Werfer wurde und zudem 13 Rebounds holte, konnte unter diesen Umständen die Niederlage nicht verhindern. Bereits in den Partien zuvor war der Forward am treffsichersten. Verlässlich zeigte sich ebenfalls Shooting Guard Jason Terry mit 20 Punkten.
"Ich bin ratlos", sagte Nowitzki. Der 29-Jährige kritisierte die mangelnde Einstellung seiner Teamkollegen: "Schon die gesamte Saison über verspielen wir zu schnell unsere Führung. Alle müssen voll angreifen und treffen, sonst kannst du in der NBA nichts gewinnen." Mavericks-Coach Avery Johnson pflichtete seinem besten Mann bei: "Wir waren nicht aggressiv genug und haben dafür bezahlt."
Bei den Hornets, die das erste Auswärtsspiel bei Dallas am Freitag noch 87:97 verloren hatten, erzielte Forward David West 24 Punkte. Gut in Form war auch Forward Peja Stojakovic mit 19 Punkten. Spielmacher Chris Paul kam auf 16 Punkte und acht Assists. Insgesamt trafen sechs Hornets-Spieler zweistellig, bei Dallas nur drei: Neben Nowitzki und Terry war dies Ersatz-Forward Brandon Bass (zwölf Punkte).
"Es ist großartig, 3:1 zu führen", strahlte Paul, "aber das Ergebnis bedeutet derzeit nicht viel. Wir müssen weiter konzentriert bleiben, um den vierten Sieg zu holen. Wir sind sehr zuversichtlich, dies mit den eigenen Fans im Rücken zu schaffen."
Die Phoenix Suns verhinderten das Aus mit einem 105:86-Heimsieg gegen Meister San Antonio. Shooting Guard Raja Bell war bester Werfer der Suns, er kam auf 27 Punkte und gab noch fünf Assists. Phoenix-Forward Boris Diaw, der für den verletzten Grant Hill ins Team gerückt war, machte 20 Punkte, holte zehn Rebounds und verpasste es mit acht Assists nur knapp, zweistellig in drei Kategorien zu punkten ("Triple-Double"). Bei San Antonio zeigte Tim Duncan mal wieder eine starke Leistung, der Center holte 14 Punkte und zehn Rebounds. Die Spurs, die nun nur noch 3:1 führen, haben am Dienstag ein Heimspiel und dürften dann den Einzug in die zweite Runde schaffen.
In der Eastern Conference glich Detroit gegen Philadelphia zum 2:2 aus, die Pistons gewannen bei den 76ers 93:84. Am treffsichersten zeigten sich für die Pistons die Forwards Tayshaun Prince mit 23 Punkten und Rasheed Wallace mit 20 Punkten. Bei Philadelphia trafen alle Spieler der Startformation zweistellig, am erfolgreichsten war Forward Thaddeus Young, der 15 Punkte und neun Rebounds holte. Spiel fünf ist am Dienstag in Detroit, Partie sechs am Donnerstag in Philadelphia.
Cleveland fehlt nach dem 100:97-Erfolg in Washington noch ein Sieg zum Weiterkommen. Cavaliers-Superstar LeBron James war mal wieder bester Mann auf dem Parkett. Der Forward holte zwölf Rebounds und machte 34 Punkte für seine Mannschaft, sein Team-Kollege Delonte West erzielte 20 Punkte. Wizards-Forward Antawn Jamison sicherte Washington elf Rebounds und machte zusätzlich noch 23 Punkte. Die Cavaliers, die 3:1 führen, erwarten die Wizards am Mittwoch daheim.
ach/dpa/AP