Doping-Affäre Ski-Trainer Mayer verhaftet
Hamburg - Wegen des Verdachts auf den Handel mit dem Blutdopingmittel Epo sowie Testosteron wurde Mayer am Sonntagabend verhaftet. Die Wiener Staatsanwaltschaft bestätigte die Festnahme des lebenslänglich gesperrten Coaches in der Steiermark am Montagvormittag.
Nach Angaben der Justizbehörde stehen die Verhaftungen von Österreichs früherem Langlauf- und Biathlontrainer Mayer sowie eines gleichzeitig festgenommenen Apothekers aus Wien aufgrund von Ermittlungen der "Sonderkommission Doping" des einheimischen Bundeskriminalamtes in direktem Zusammenhang mit der am 13. März erfolgten Festnahme des österreichischen Profiradsportlers Christoph K.
Mayer, der Pharmazeut und K., der als erster aktiver Profisportler in Österreich verhaftet wurde, sollen Dutzende österreichische Spitzensportler im großen Umfang mit Epo und Testosteron versorgt haben. Entsprechend ermitteln die Fahnder derzeit angeblich noch gegen zahlreiche weitere Personen. Mayer war 2006 nach der spektakulären Razzia der italienischen Polizei im Lager von österreichischen Aktiven bei den Olympischen Winterspielen in Turin vom österreichischen Verband fristlos entlassen und auf Lebenszeit gesperrt worden.
Bereits 2002 war Mayer, der erst in der vergangenen Woche in einem Interview jegliche Schuld und Verantwortung von sich gewiesen hatte, im Zuge der so genannten "Blutbeutel-Affäre" bei den Winterspielen in Salt Lake City mit Doping in Verbindung gebracht worden.
Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, kann der Handel mit verbotenen Substanzen in Österreich seit dem vergangenen Sommer mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.
Der auch für Sport zuständige österreichische Verteidigungsminister Norbert Darabos begrüßte am Montag die Schritte gegen Mayer. Sollte sich der Verdacht erhärten, werde es gegen ihn "harte dienstrechtliche Konsequenzen" geben. Auch der Chef der Nationalen Anti-Doping-Agentur, Andreas Schwab, zeigte sich zufrieden mit den jüngsten Festnahmen. "Ich bin sehr froh, dass von Seiten der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft jetzt sehr gute Aufklärungsarbeit im Kampf gegen Doping gemacht wird. Diese Maßnahmen helfen in der gesamten Arbeit gegen Doping", sagte er.