Der verschleppte Prozess um die Krawalle von Rostock: Justizskandal ohne Ende - DER SPIEGEL
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Der verschleppte Prozess um die Krawalle von Rostock Justizskandal ohne Ende

Versuchter Mord, versuchte schwere Brandstiftung und schwerer Landfriedensbruch lauten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Ronny S., André B. und Enrico P., die seit Dienstag dieser Woche in Rostock vor Gericht stehen. Es geht um eine Tat, die Deutschland erschütterte und in der ganzen Welt Entsetzen auslöste: Die Krawalle von Rostock.
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Rechtsradikale werfen unter dem Beifall der Nachbarn Molotow-Cocktails auf ein Ausländerwohnheim in Rostock, in dem mehr als 100 Menschen um ihr Leben bangen. Geschehen im August 1992. Die Anwohner schauen zu, die Polizei schaut zu, doch erst jetzt wird klar, dass auch die Justiz zugesehen hat - neun Jahre lang.

Die Angeklagten, damals 17 und 19 Jahre alt, sollen Brandbomben gegen das Gebäude geworfen haben. Sie bestreiten den Vorwurf. Der Vorsitzende Richter setzte schon im September 1992 die Haftbefehle gegen die Angeklagten außer Vollzug und ließ in den folgenden neun Jahren die Akten regelmäßig mit der Begründung liegen, die Kammer müsse vorrangig Haftsachen behandeln.

Das Verfahren gegen einen vierten Mann musste vorige Woche eingestellt werden: Das Delikt Landfriedensbruch ist inzwischen verjährt. Auch für die übrigen drei mutmaßlichen Täter von damals wird der Prozess wohl glimpflich ausgehen. Eigentlich stehen auf Mordversuch nach dem Jugendstrafrecht zehn Jahre Freiheitsstrafe, doch die Länge eines Verfahrens muss bei der Strafhöhe berücksichtigt werden - im Zweifel zu Gunsten des Angeklagten.

SPIEGEL TV über einen endlosen Prozess, der zum Skandal ohne Ende wurde.


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