Paläste im Untergrund: Die Moskauer Metro - DER SPIEGEL
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Paläste im Untergrund Die Moskauer Metro

Die Metro der russischen Hauptstadt, einst unter Stalin gebaut, ist mit ihren prunkvollen Stationen eine der schönsten U-Bahn-Anlagen der Welt. Neun Millionen Menschen sind hier täglich auf elf Linien unterwegs.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Allein 44 der mehr als 150 Stationen präsentieren sich als unterirdische Architekturkunstwerke, prachtvoll ausgestattet mit Marmor und Granit, Mosaiken und Skulpturen - "Paläste des Volkes", tief unter den Straßen Moskaus.

Während des Überfalls der Nazi-Wehrmacht auf die Sowjetunion dienten viele Bahnhöfe als Schutzräume vor deutschen Bombenangriffen. In den fünfziger und sechziger Jahren wurden alle unterirdischen Stationen zu atombombensicheren Schutzräumen ausgebaut. Es war die Zeit des Kalten Krieges.

Heute betreibt die Moskauer Metro ein mehr als 250 Kilometer langes Streckennetz mit elf Linien, auf dem täglich etwa neun Millionen Menschen transportiert werden. Doch der wirtschaftliche Niedergang des Landes macht auch vor dem Untergrund nicht halt: Viele der über 4000 Waggons sind veraltet und reparaturbedürftig. Der U-Bahn-Betieb bringt nicht genug Geld ein, denn fast die Hälfte der Passagiere - Rentner, Beamte, Invaliden und Weltkriegsvetaranen - fährt kostenlos.

Die Moskauer Metro in Zahlen

Länge: 264 km
Zahl der Stationen: 160
Fuhrpark Wagons: 4150
Passagiere/Tag: 9 Millionen
Intervall zwischen den Zügen: 85 Sekunden
In Stoßzeiten: 40 - 45 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 41 km/h
Längste Linie: "Samoskworezkaja", 40,3 km
Längster Tunnel: Kaluschsko-Rischskaja-Linie,
39.5 km zwischen den Stationen
"Kaschirskaja" und "Kachowskaja"

Am tiefsten gelegene Station: "Dubrowka", 62 m

SPIEGEL TV Autorin Anna Sadovnikova hat sich in den prunkvollen Bahnhöfen umgesehen. Sie war unterwegs mit Metrofahrern und Sicherheitspatrouillen, mit Reparaturkolonnen und Reinigunskommandos, erforschte stillgelegte Strecken und Bahnhöfe, und hat sich auf die Suche nach dem großen Mysterium der Moskauer Metro begeben: In 80 Metern Tiefe wurde während des Kalten Krieges ein zweites, geheimes Metro-System angelegt - eine unterirdische Bahn nur für Funktionäre, mit eigenem Streckennetz und gesonderten Bahnhöfen.





FOTOSTRECKE


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