Ermittlungen der Kripo Hannover: Die Tatortdetektive - DER SPIEGEL
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Ermittlungen der Kripo Hannover Die Tatortdetektive

Ob Spurensicherung, Festnahme oder das Verhör von Verdächtigen - in Hannover kümmert sich eine Tatort-Sonderkommission der Polizei um die professionelle Ermittlung bei schweren Kriminalstraftaten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als Sven vor die verspiegelte Trennscheibe tritt, ist es stockdunkel im Zimmer. Die sechs jungen Männer im benachbarten Gegenüberstellungsraum können ihn nicht sehen. Sie werden eines Verbrechens verdächtigt und halten jeder ein Schild mit einer Nummer in den Händen. Ohne zu zögern zeigt Sven auf einen kahlrasierten Burschen mit Baseball-Cap und einen Halbstarken mit Bomberjacke.

Kandidat Nr. 5 soll Sven erst vor wenigen Stunden ein Butterflymesser an die Kehle gedrückt haben, damit Nr. 3 ihm Discman und Bargeld entwenden konnte. Außer den beiden sollen noch vier weitere Freunde an dem mutmaßlichen Raub beteiligt gewesen sein. Die Gangmitglieder sind zwischen 15 und 18 Jahren alt und der Polizei bereits hinlänglich bekannt. Oberkommissar Preiß macht sich keine Illusionen: "Deren Weg ist vorgezeichnet, die werden viel Zeit ihres Lebens im Knast verbringen."

Preiß ist einer von rund 50 Beamten einer neuen Spezialeinheit der Polizei Hannover. In einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt wurde ein Kommissariat ausschließlich für Tatortarbeit gegründet. Die Beamten haben seither den Auftrag, in allen Fällen von Schwerkriminalität als Erste zu ermitteln - noch bevor die zuständige Fachabteilung in die Ermittlungen einsteigt. Die Tatort-Spezialisten sichern Spuren, nehmen Verdächtige fest und verhören mutmaßliche oder bereits geständige Täter.

SPIEGEL TV-Autor Markus Grün erhielt als erster Reporter die Möglichkeit, die Hannoveraner Kommissare vier Wochen lang zu begleiten und ihre Arbeit lückenlos zu dokumentieren.

Bei der dreiteiligen Reportageserie geht es unter anderem um eine Zuhälterin, die mit internationalem Haftbefehl gesucht und schließlich gefunden wird; um den mysteriösen Selbstmord einer Mutter, die sich angeblich selbst vor einen Zug geworfen hat; um eine Prostituierte im Vollrausch, die ihre Wohnung in Flammen setzt, und einen Menschenschädel, der mitten in der Nacht auf einem Universitätsgelände abgelegt wird.


INTERVIEW


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Polizeimeister Georg Funke, 29, ist Sachbearbeiter im Kriminaldauerdienst der Polizei Hannover. Im Rahmen des am 1. Juni 2001 gestarteten Pilotprojekts "Tatortaufnahme" ist er als professioneller Spurensucher vor Ort, wenn per Fingerabdruck, "Schuhspurensuche" oder Insekten-Fang Straftäter entlarvt werden sollen. mehr...





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