Auf den Fluren eines deutschen Finanzamtes: Staatsdiener - Prügelknaben - DER SPIEGEL
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Auf den Fluren eines deutschen Finanzamtes Staatsdiener - Prügelknaben

Von allen Staatsdienern muss er mit dem schlechtesten Image leben: Der Finanzbeamte. Wer dem Bürger ans Geld will, genießt allgemein wenig Ansehen. Die 320 Beamten des Finanzamts Düsseldorf-Süd stellen sich täglich nicht nur dieser Herausforderung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die deutschen Steuersätze sind Weltspitze, das Regelwerk über die Steuer- und Abgabenerhebung mittlerweile das komplizierteste innerhalb der EU. Im Paragraphen- und Verordnungsdschungel verlieren selbst Fachleute die Orientierung. Die Beamten des Finanzamtes Düsseldorf-Süd versuchen, der Unübersichtlichkeit Herr zu werden.

90.000 Steuerfälle gehen hier jährlich über die Tische des mittleren und gehobenen Dienstes. Mit viereinhalb Milliarden Euro Steueraufkommen pro Jahr halten die Düsseldorfer Finanzexperten eine Spitzenposition in Nordrhein-Westfalen. Dabei werden hier nicht nur die edlen Boutiquen der Kö "veranlagt", sondern auch die Einkommen ganz normaler Arbeitnehmer.

In 49 so genannten Veranlagungsbezirken ziehen die Beamten täglich das gesamte Register der deutschen Steuerklaviatur. Und das unter erschwerten Bedingungen: Im Amt wird zurzeit renoviert und in Nordrhein-Westfalen herrscht Haushaltssperre.

Trotz Pressescheu und Steuergeheimnis durfte SPIEGEL TV-Autor Mate Spörl hinter die Kulissen des Finanzamtes blicken. Er ging mit Beamten der Vollstreckung zu säumigen Steuerzahlern, erlebte Rücken geplagte Beamte beim kollektiven Entspannungstraining, sah Betriebsprüfern bei ihrer Arbeit über die Schulter, verfolgte Ursache und Wirkung von Mahnbescheid und Kontopfändung und erlebte die Fußballmannschaft des Amtes auf dem Landessportfest bei ihrem Kampf um Titel und Pokal.


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