Nazibauten gestern und heute: Brutalität in Stein - DER SPIEGEL
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Nazibauten gestern und heute Brutalität in Stein

"Germania" sollte die Hauptstadt von Adolf Hitlers "Tausendjährigem Reich" einst heißen. Für das neue Berlin waren unter anderem eine riesige Versammlungshalle für 250.000 Volksgenossen und ein 120 Meter hoher Triumphbogen geplant. Bis zum Ende des Naziherrschaft wurden allerdings nur die wenigsten Bauprojekte realisiert.
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Einzig die Ost- West- Achse und die Neue Reichskanzlei wurden unter der Leitung von Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer verwirklicht. Die Reichskanzlei machten die Sieger 1945 dem Erdboden gleich. Doch nicht alle Relikte der gigantomanischen Pläne sind verschwunden.

In Zusammenarbeit mit den Verein "Berliner Unterwelten"  hat sich SPIEGEL TV Autor Michael Kloft in Berlin und Umgebung auf die Spuren von Hitlers "Germania" begeben. Er fand einen fertigen Autobahntunnel unter dem Tiergarten und mysteriöse Bunkerbauten in einem Wald nördlich der Hauptstadt. Er stieg in die Katakomben des Olympiastadions und besuchte die ehemalige Nazi- Villenkolonie auf Schwanenwerder.

Klofts Reportage wartet zudem mit einer filmischen Sensation auf: Kameraleute der Leni- Riefenstahl- Produktion hatten 1940 die Germania-Planungen dokumentiert. "Der Führer baut seine Hauptstadt" sollte der Propagandafilm heißen, der nie fertiggestellt wurde. Das belichtete Material galt als verschollen und wird jetzt erstmals in Ausschnitten veröffentlicht.





DIE ÄCHTUNG DER NAZI-ARCHITEKTUR - EIN MISSVERSTÄNDNIS?

Ein Hauch von Todesnähe


Die Monumentalbauten der Nazis wollten Raum und Zeit besiegen. Trotzdem sind Bauweise und Botschaft nicht so eng verknüpft, wie die NS-Propagandisten, aber auch die Kritiker dieser Architektur behauptet haben. mehr... 






Zur Fotostrecke: Relikte des 'Tausendjährigen Reiches'
Zur Fotostrecke: Relikte des "Tausendjährigen Reiches" 
FOTOSTRECKE

Relikte des "Tausendjährigen Reiches"

Mit einem monströsen Bauprojekt wollte Hitler Berlin in die Welthauptstadt "Germania" umwandeln. Doch nur wenige Pläne konnten realisiert werden - der Krieg stoppte das Vorhaben bevor es richtig begonnen hatte. Gebaut wurde indessen weiter - statt Prunkbauten jetzt allerdings Bunkeranlagen aus Beton. Sehen Sie Bilder von den architektonischen Überbleibseln des Dritten Reiches in und unter Berlin. mehr...





ALBERT SPEER


Hitlers Vorzugsminister


Der nette ältere Herr gab sich in Interviews gern reumütig. Die Erinnerungsbücher des einstigen Lieblingsarchitekten und Rüstungsministers Adolf Hitlers waren weltweit Bestseller. Albert Speer gilt vielen als der "gute Nazi". In Nürnberg zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, hatte er als einzige Führungspersönlichkeit Verantwortung für die Verbrechen des Dritten Reiches übernommen. Doch bis heute ist umstritten, ob Speer tatsächlich moralische Schuld empfand oder nur die Rolle des Schuldbewussten spielte, um so seine eigene Mittäterschaft zu verdecken.






FILMEMACHERIN UND FOTOGRAFIN LENI RIEFENSTAHL

Triumph des Widerwillens


Leni Riefenstahl, inzwischen 100 Jahre alt, ist weltberühmt - und findet doch in der Bundesrepublik bis heute kaum Anerkennung. Was eigentlich können die Deutschen ihr nicht verzeihen?