Tod in der Schule: Das Massaker von Erfurt - DER SPIEGEL
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Tod in der Schule Das Massaker von Erfurt

Am 26. April dieses Jahres ereignete sich am Erfurter Gutenberg- Gymnasium ein in Deutschland bislang einmaliges Verbrechen. Robert Steinhäuser, sechs Monate zuvor von der Schule verwiesen, erschießt am Tag der letzten Abiturprüfungen innerhalb von zehn Minuten zwölf Lehrer, die Schulsekretärin, zwei ehemalige Mitschüler und einen Polizisten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Am Ende richtet er die Waffe gegen sich selbst. Für einen Moment verharrt die deutsche Öffentlichkeit fassungslos vor der Dimension dieses Verbrechens. Doch schon kurz nach der Tragödie gibt es zum Teil vehemente Kritik am Einsatz von Polizei und Rettungskräften. Unbequeme Fragen werden gestellt: Hätten einige der Opfer gerettet werden können? Haben die Einsatzkräfte die notwendige Versorgung der lebensgefährlich Verletzten verzögert, aus Furcht vor weiteren Opfern aus den eigenen Reihen?

SPIEGEL TV-Autor Henry Köhler hat mit Lehrern, Hinterbliebenen, Polizisten, Notfallpsychologen und Rettungssanitätern gesprochen. Entstanden ist das beklemmende Protokoll eines Tages, der die Stadt veränderte und die Stimmung ihrer Bewohner bis heute prägt.


BERICHT EINES SEELSORGERS


"Die Wunden in den Seelen werden nie verheilen"


Sofort nach dem Amoklauf in der Erfurter Gutenberg-Schule übernahm der katholische Polizeipfarrer Franz-Josef Wagenführ die Betreuung der unter Schock stehenden Jugendlichen, die aus der Schule kamen. Der Geistliche versuchte, Trost zu spenden und den Gewaltopfern die Todesangst zu nehmen. Einfach da zu sein, sagt er, sei das Wichtigste gewesen. mehr...

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