Füttern oder töten? Krieg um die Friedenstaube
Wird die Frau von der Polizei erwischt, kann das bis zu 5000 Euro Strafe kosten. Doch das hält sie nicht davon ab, denn Füttern ist für sie angewandter Tierschutz.
Die Frau ist nicht allein. Jede Nacht streifen in Hamburg Männer und Frauen durch die Stadt, um ein Tier zu füttern, das wie kein anderes die Großstädte erobert hat. Weltweit gibt es schätzungsweise 500 Millionen Straßentauben. Die ehemaligen Felsenvögel haben sich perfekt an die Bedingungen der Großstädte angepasst. In den Nischen der Steinhäuser finden sie ideale Brutplätze, als Allesfresser können sie Abfälle jeder Art verwerten. Auch Verkehrslärm und Menschenmassen stören sie nicht mehr.
"Straßentauben", sagt der Baseler Zoologe Daniel Haag-Wackernagel, "haben einen Superorganismus entwickelt. Sie sind die erfolgreichsten Tiere im menschlichen Lebensraum." Unschöne Folge der Widerstandskraft dieser Spezies: Die zunehmende Verschmutzung von Denkmälern und Gebäuden. Eine Taube erzeugt pro Jahr etwa zwölf Kilo Kot. In einer Stadt wie Hamburg mit rund 25.000 Tauben bedeutet das 300.000 Kilogramm im Jahr.
TIERE
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RECHTSPRECHUNG
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