Rätsel Gehirn: Artikel zum Thema Parkinson-Syndrom - DER SPIEGEL
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Rätsel Gehirn Artikel zum Thema Parkinson-Syndrom

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

DOPAMIN

Wichtiger Botenstoff im Gehirn

Der Botenstoff Dopamin spielt im Gehirn eine Schlüsselrolle bei der Parkinsonschen Krankheit und nach einer weit verbreiteten Hypothese auch bei Schizophrenie.

Ist zu wenig Dopamin in einigen Bereichen des Gehirns vorhanden, wird die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen gestört. Die Kontrolle über die Muskeln nimmt dabei mit dem Dopamin-Angebot ab, es kommt zu der als Schüttellähmung bekannten Parkinson-Krankheit.

Charakteristische Symptome sind Muskelstarre, eine verkürzte Schrittlänge (Trippelschritte), eine schräg nach vorn gebeugte Haltung und eine kleine, unleserliche Handschrift. Im späteren Stadium stellen sich unkontrolliertes Zittern und leises, oft undeutliches Sprechen ein.

Die Erkenntnisse des diesjährigen Medizin-Nobelpreisträgers Arvid Carlsson führten unter anderem dazu, dass ein effektives Arzneimittel gegen Parkinson entwickelt werden konnte, das so genannte L-Dopa. Allerdings ist die Schüttellähmung, an der nach Schätzungen der Deutschen Parkinson Vereinigung in Deutschland etwa 250.000 Menschen leiden, bis heute unheilbar.

Schon vor Jahrzehnten postulierte Carlsson, dass ein Überangebot von Dopamin im Hirn zu Halluzinationen und Verfolgungswahn führt, wie sie bei Schizophrenie vorkommen. Heute beruhen nach Angaben des Münchner Max-Planck-Instituts für Psychiatrie praktisch alle Medikamente gegen diese Symptome auf einer Unterbindung der Dopamin-Funktion. Etwa ein Prozent der Bevölkerung - rund 800.000 Menschen in Deutschland - leidet den Münchner Forschern zufolge unter Schizophrenie.

Im Hirn des Menschen arbeiten mehr als hundert Milliarden Nervenzellen. Viele davon haben fein verzweigte Ausläufer, über die sie miteinander in Kontakt treten. An der Kontaktstelle verdicken sich diese Ausläufer und bilden so genannte Synapsen. Diese Endbereiche der Nervenzellen können chemische Substanzen ausschütten und damit andere Nervenzellen anregen. Auf diese Weise wird ein Signal von Zelle zu Zelle geleitet.


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