Der Kampf um die Docks Hoffnung für Deutschlands Werften
Schwere See für Deutschlands Schiffbauer: Die Konkurrenz aus Fernost beherrscht 70 Prozent des Weltmarktes.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Durch Spezialisierung versuchen die
heimischen Werften ihre Auftragslage zu verbessern. SPIEGEL TV hat sich in Docks und Helgen umgesehen, Neu- und Ausbau von Fährschiffen, Doppelhüllentankern und U-Booten beobachtet.
Werften in Deutschland:
Die Flender-Werft Lübeck baut moderne Fähren für Reedereien wie Attica (Griechenland) und Grimaldi (Italien). Aber auch Containerschiffe mit einer Staukapazität von bis zu 3500 Standardcontainern sowie
Schwimmdocks und Pontons aller Art gehören zum Bauprogramm der Lübecker. Ein Dock mit einer Hebefähigkeit von 5000 Tonnen ist im Einsatz für das Marinearsenal in Kiel.
Neben dem Neubau sind Reparatur und Umbau von Schiffen ein wichtiges Standbein des Unternehmens.
- Werft mit Tradition: Blohm und Voss in Hamburg baut unter anderem Spezialschiffe wie Fregatten, Korvetten und hochseetüchtige Patrouillenboote. Nach dem so genannten MEKO®-Konzept gebaute Marineschiffe sollen Modularität, Standkrafterhöhung und eine Reduzierung der Schiffssignaturen garantieren. Ein neues Rumpfkonzept für Schiffe, das "Fast Monohull", ermöglicht hohe Geschwindigkeiten bei Kraftstoffeinsparungen von bis zu 20 Prozent. Mit Hilfe des neu konstruierten Stahlrumpfes sollen Kreuzfahrtschiffe, Passagier- und Fahrzeugfähren sowie Yachten seegangstauglicher werden und besser zu manövrieren sein.
Auf der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) in Kiel entstand unter anderem die "MS Deutschland". Neben Marine- Überwasserschiffen entwickelt und baut HDW Unterseeboote mit außenluftunabhängigen Antriebssystemen auf der Basis von Brennstoffzelle und Stirling-Motor. Aber auch Fähren, Kreuzfahrtschiffe, Luxusyachten und hoch entwickelte Containerschiffe entstehen in dem Kieler Unternehmen, dass seit 1838 der Schiffbautradition verhaftet ist.
- Die Lindenau Werft in Kiel hat sich auf den Bau von Öl- und Chemikalien- sowie Flüssiggastankern spezialisiert. Reparaturen werden auf den beiden Schwimmdocks für Schiffe bis 25.000 tdw ("Tons Deadweight", Tragfähigkeit eines Schiffes in Tonnen) durchgeführt.
- Die Abeking & Rasmussen aus Lemwerder fertigen Hochsee-Segelyachten, Schnellfähren und Minikreuzer
- Die 1946 gegründete Aker MTW Werft in Wismar stellt Kreuzfahrt- und Containerschiffe bis zu einer Länge von 335 Metern her, so auch zwei Schwesterschiffe der "MS Aida". 376 Schiffe in 27 unterschiedlichen Typen wurden hier bereits gefertigt.
Die Schiffswerft und Maschinenfabrik Cassens aus Emden baut Container- und Kreuzfahrtschiffe, Gastanker, Passagier- und Frachtschiffe sowie Luxus-Yachten wie die "Sun Bay" für knapp 100 Passagiere
- Die Flensburger Schiffbaugesellschaft konstruiert vorwiegend Passagier-Fähren, aber auch Container- und Marineschiffe.
- Die Lloydwerft Bremerhaven ist spezialisiert auf den Um- und Fertigbau sowie die Modernisierung von Passagierschiffen. Stahlreparaturen an Schiffsrumpf, Kiel, Schiffsaufbauten und Tanks gehören ebenso zum Standard wie die komplette Schiffsverlängerung.
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Lürssen Yachts Emden baut große Luxus-Yachten
- Auf der Meidericherschiffswerft in Duisburg werden Transport-, Fahrgast- und Spezialschiffe gefertigt und repariert. Außerdem in der Produktion: Wasserbaufahrzeuge
Die Meyer-Werft Papenburg ist eine der führenden Werften für Kreuzfahrtschiffe und Fähren und erfüllte Aufträge für P&O, Celebrity und Star Cruises. 1997 installierten die Papenburger Futter-, Trinkwasser- und Lüftungsanlagen sowie einen speziellen Deckbelag auf dem Tiertransporter "Al Messilah" der Reederei KLTT in Kuweit - auf dem Schiff war Platz für 80.000 Schafe.
- Die Peenewerft Wolgast ist bekannt für Luxus- und Motoryachten
- Die Volkswerft Stralsund ist Teil der A.P.Möller Group und baut Container- und Kühlschiffe, Autofähren, Passagierschiffe, Bagger und Spezialschiffe.
- Auf der Lindenau Werft Kiel werden überwiegend Fähren gefertigt
WERFTEN
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MEYER WERFT
Jeder Dritte muss gehen
Wer kennt sie nicht, die spektakulären Bilder von Ozeanriesen, die auf der Ems Richtung Nordsee fahren, um von der Meyer Werft aus die Weltmeere zu erobern. Jetzt will der Luxusliner-Bauer wegen fehlender Aufträge fast ein Drittel seiner Mitarbeiter entlassen. mehr...