Sucht: Warum rauchen so viele im Studium? - DER SPIEGEL
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Illustration: DER SPIEGEL

Startklar-Newsletter Warum rauchen so viele im Studium?

Vor dem Studium habe ich höchstens mal an einer Zigarette gezogen. Meine Mutter raucht, seit ich denken kann. Das hat mich immer abgeschreckt.

Im Bachelor änderte sich das: Viele um mich herum rauchten, und wir hatten zwar kaum Geld, aber unendlich viel Zeit, jede Zigarette zu zelebrieren. Ich rauchte gute, leicht angetrunken auf Dachterrassen, und schlechte, um fünf Uhr morgens, obwohl ich gar keine Lust mehr hatte. Aber irgendwann konnte ich darauf einfach nicht mehr verzichten. Mit jedem Bier rauchten wir maßloser.

Wir rechtfertigten unsere Sucht damit, doch ohnehin bald die Finger davon zu lassen. Ein Freund von mir tönte dauernd herum: Wenn er 25 Jahre alt werde, würde er endlich aufhören zu rauchen. Diese Deadline gefiel mir. An meinem 25. Geburtstag, inzwischen war ich im Master, rauchte ich so viele Zigaretten wie nie zuvor. Dann hörte ich auf (abgesehen von einer kurzen Unterbrechung nach einer Trennung). Der Kumpel raucht bis heute.

In ihrer Kolumne schreibt Ananda Klaar, warum das Studium sie zur Raucherin gemacht hat. Sie hat ihre Gründe dafür, auch wenn sie Rauchen grundsätzlich ablehnt.

Ich muss keinem Raucher erklären, warum Zigaretten Mist sind. Als Nichtraucherin rührt meine Abscheu inzwischen besonders daher, dass ich – vier Jahre später – immer noch Lust auf die Dinger habe. Im Sommer, betrunken, kämpfe ich mit mir, nicht doch mitzurauchen. Nur diese eine, ist doch nichts dabei.

Zigaretten sind Türöffner, sozialer Kitt, Möglichkeiten zum Durchatmen und Stützen. Das ist mir alles klar, ich habe es genau so erfahren. Aber vor allem machen sie krank und abhängig. So viel Ehrlichkeit muss sein. Es lohnt sich, gar nicht erst damit anzufangen – gerade im Studium.

Viel Freude beim Lesen wünscht

Franca Quecke, Redakteurin SPIEGEL Start


Warum Studium und Zigaretten so gut zusammenpassen: Das Studium hat mich zu etwas gemacht, das ich nie für möglich gehalten hätte: einer Raucherin. Mit meinem Laster bin ich nicht allein in meiner Generation, die ohnehin auf vieles verzichten musste.


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