Mit Apps zum Experten werden: Kaffeewissen to go
Kaffee-Apps im Selbstversuch Brühen, Schäumen, Schlürfen
Neulich saßen wir beim Frühstück in der WG eines Freundes und unterhielten uns über Kaffee-Trends. Filterkaffee, fanden wir, ist genauso altbacken wie Wählscheibentelefone. Nach dieser Feststellung wurde ich etwas stiller. Ich als Vollautomat-Besitzer konnte nicht mehr so richtig mitreden, als es um andere Zubereitungsmethoden ging. Die italienische Mokkakanne kannte ich noch, aber die AeroPress oder Chemex waren mir völlig neu. Ich beschloss, mich weiterzubilden.
Weil ich keine Kurse besuchen und nicht viel Geld investieren möchte, versuche ich, per App zum Kaffee-Experten zu werden. Ich lade mir zum Anfang die "Great Coffee App" herunter. Sie erklärt Laien wie mir zehn verschiedene Brühmethoden - auch AeroPress und Chemex, außerdem ist sie aktuell kostenlos verfügbar und bietet 19 verschiedene Espresso-basierte Kaffeerezepte, Videoanleitung inklusive. Perfekt für jemanden wie mich.
Mit der App scheint es so einfach zu sein, schicke Kaffeevariationen selbst herzustellen, dass mir Cappuccino oder Latte Macchiato auf einmal zu gewöhnlich scheinen. Ich beschließe, einen Caffè Mocha zu machen. Er ist "in Nordamerika auch als 'Moccho' bekannt", lehrt mich die App. Das Expertenwissen wächst.
Erst mal Schokoladensirup kaufen
Ein Caffè Mocha besteht aus Milch, Espresso, Milchschaum und Schokoladensirup. Natürlich habe ich keinen Schokoladensirup zu Hause, also laufe ich zum Supermarkt und kaufe eine teure Zutat, die ich danach vermutlich nie mehr verwenden werde.
Wieder daheim scheitere ich beim Versuch, Milch mit der Dampfdüse meines Vollautomaten aufzuschäumen. Irgendetwas mache ich falsch, ich weiß aber nicht, was. Die App ist leider keine Hilfe, eine Anleitung zum Milchaufschäumen finde ich dort nicht. Wenn Sie mir einen Tipp geben können, schreiben Sie ihn mir in den Kommentaren.
Ich schwenke auf einen elektrischen Milchaufschäumer um, bin aber frustriert. Ich habe keine gute Espressomaschine, und wenn ich schon so viel Zeit in die Zubereitung investiere, soll der Kaffee auch wirklich schmecken, der Milchschaum perfekt sein. Ich beschließe, den Test in einem Café fortzusetzen. Auch dabei soll mir aber eine App helfen, es soll schließlich kein x-beliebiger Laden werden, ich will ja was Neues lernen.
Café-Suche per App
Die vielversprechendste App, die ich finden kann, heißt Fika . Eine Art soziales Kaffeenetzwerk, in dem Nutzer ihre Cafébesuche und -empfehlungen teilen können. Leider gibt es sie bisher nur in Kanada. Bis es die Idee auch nach Deutschland schafft, bleiben diverse Café-Finder-Apps, zum Beispiel der kostenlose "Coffee Finder" für Android. Mit seiner Hilfe finde ich schließlich ein geeignetes Bistro, in dem ich meinen Selbstversuch fortsetze.
Ich bestelle einen Mocca Macchiato, einen Plain White, das ist ein doppelter Espresso mit Milchschaum, aber ohne Milch, und schließlich noch einen Espresso Lungo, einen mit Wasser verlängerten Espresso. Ich schlürfe die Getränke, die ich sonst nie bestelle, und fühle mich gut. Gerade als in mir das Gefühl hochkommt, tatsächlich in kurzer Zeit ein Kaffee-Experte werden zu können, setzt die Wirkung ein. Ich werde zittrig, bekomme Kopfweh und frage mich, wie viel Koffein ich wohl vertrage und ab wann es ungesund wird. Zum Glück gibt es auch dafür eine App.
Eine knappe Wochenration Koffein
Das "CoffeinMeter Pro" für 99 Cent soll mir helfen. Die iOS-App berechnet anhand der Körpergröße, des Alters und des Gewichts die persönliche maximale Koffeindosis pro Tag und pro Woche. Außerdem kennt die App die jeweilige Koffeinmenge der gängigsten Kaffeegetränke. Ich trage meine getesteten Kaffeevariationen ein und stelle fest: Das Tageslimit ist längst überschritten. Auch den Rest der Woche sollte ich nicht mehr viel Kaffee trinken.
"The Great Coffee App" für iOS kostet 2,99 Euro, ist aber momentan kostenlos verfügbar. "Coffee Finder" für Android ist kostenlos, eine Pro Version ohne Werbung kostet 1,62 Euro und "CoffeeMeter Pro" ist für iOS für 99 Cent verfügbar.