Rektor der Uni Basel Loprieno warnt vor Einwanderungs-Stopp - DER SPIEGEL
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Volksentscheid gegen Zuwanderer "Wir würden in Mittelmäßigkeit verfallen"

Sperrt die Schweiz Ausländer aus, sei das "eine ganz große Tragödie", findet Antonio Loprieno, Präsident der Schweizer Rektorenkonferenz. Zwei Drittel der Hochschullehrer kommen aus dem Ausland, ohne sie sei das Land nur Mittelmaß.
Rektorenkonferenz-Chef Loprieno: Sehr stark auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen
Rektorenkonferenz-Chef Loprieno: Sehr stark auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen

Rektorenkonferenz-Chef Loprieno: Sehr stark auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen

Foto: Universität Basel/ Andri Pol
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Hamburg/Basel - Wird die Schweiz nach dem Ergebnis des Volksentscheids am Sonntag tatsächlich die Einwanderung begrenzen, dann wäre auch die Wissenschaft massiv davon betroffen.

"Wir sind sehr, sehr stark, mehr als unsere Nachbarn, auf den Import qualifizierter Arbeitskräfte - auch im akademischen Bereich - angewiesen", sagte Antonio Loprieno, Präsident der Schweizerischen Rektorenkonferenz (CRUS) und Rektor der Uni Basel, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk .

Loprieno warnt vor den Folgen eines möglichen Stopps für die Einstellung ausländischer Professoren an den Universitäten. Nach Angaben der Rektorenkonferenz seien zwei Drittel der Professorinnen und Professoren in der Schweiz Ausländer.

Das Signal, die Schweizer würden ihre Grenzen dichtmachen, hätte nach Ansicht von Loprieno "ganz negative Folgen" für die Schweizer Wissenschaft. Müsste man auf Professoren aus anderen Ländern verzichten, "dann wäre das eine ganz große Tragödie. Wir würden in Mittelmäßigkeit verfallen", sagt Loprieno.

Interessen der Wissenschaft berücksichtigen

Für den Vorsitzenden des Universitätsrates wäre es ein "Worst-Case-Szenario", sollte der Bundesrat in Brüssel die Entscheidung des Schweizer Souveräns verteidigen und die EU sich querstellen. Dies hätte nicht nur Folgen für die Wirtschaftsbeziehungen, sondern auch für die Wissenschaft. Loprieno hoffe, "dass unsere Politiker und auch die EU-Politiker (...) die übergeordneten Interessen des Forschungsstandortes genügend berücksichtigen".

In kaum einem anderen europäischen Land ist die Wissenschaftsszene so international wie in der Schweiz. Aber auch an den Universitäten ist die Begrenzung bei der Zulassung von ausländischen Studenten ein Thema: An den Schweizer Hochschulen gab es immer wieder Diskussionen um Studiengebühren für sogenannte Bildungsausländer.

Die Schweizer Hochschulen genießen einen sehr guten Ruf, viele junge Menschen aus aller Welt wollen dort studieren. Auch deutsche Forscher sind sehr gefragt: Allein an der Uni Zürich ist mehr als jeder dritte Professor deutscher Nationalität.

jon