Haariges Startup: Erfolgreich mit Flechtwürsten
Studenten-Filz Dreadqueen mit Glückssträhne
Wie bekommt man Dreadlocks? Kann man sie ganz normal waschen? Muss man sich eine Glatze rasieren, um die langen Zöpfe wieder loszuwerden? Sabine Hartke, 25, kennt Fragen wie diese zur Genüge, und es gibt kaum jemanden in Deutschland, der sie besser beantworten könnte.
Hartke trägt seit zehn Jahren Dreadlocks und verdient seit 2009 sogar ihr Geld damit. Neben ihrem Marketing-Management-Studium in Berlin ist sie nämlich Geschäftsführerin der "DreadFactory ", einer Friseurkette, die sich auf Produktion und Pflege der Filzzöpfe spezialisiert hat.
Die erste Filiale gründete Hartke noch in Achim bei Bremen, ihrer Heimatstadt. Dann entstanden nach und nach 22 Dependancen in ganz Deutschland, die mittlerweile 35 Mitarbeiter haben, fast alles Studenten. Die jungen Barbiere schaffen es dank einer speziellen und aufwendigen Toupiertechnik, dem Kunden einen Kopf voller Dreads zu bescheren. Das kann bis zu zehn Stunden dauern und zwischen 100 und 400 Euro kosten.
Hartke wünscht sich, dass die Dreadlocks endgültig ihr Schmuddelimage verlieren und sogar bei Papas, Omas und Arbeitgebern gut ankommen. Und was macht man, wenn man die Filzhaare trotzdem wieder seidig-glatt-glänzend haben will? "Man muss sie nicht radikal abrasieren", beruhigt Hartke, "man kann Dreads einfach rauswachsen lassen."
Wer nicht gleich aufs Ganze gehen will, kann sich auch für die sanfte Variante entscheiden: bunte Fake-Dreadlocks, die nur eingeflochten werden und sich sehr leicht wieder entfernen lassen.
Ausgabe 1/2014
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