Hipster-Quartett 164 Liter Mate - sticht!
Hipster-Kategorien: Bist du Nerd, Träumer oder Intellektueller?
Schluss mit dem ewigen Gemecker über all die Hipster mit ihren engen Hosen, eckigen Brillen und bedruckten Jutebeuteln. Sie machen erstens die Städte bunter - und eignen sich zweitens hervorragend für Spott und Häme. Findet zumindest Jonas Brunnert, Student der Kulturgeschichte, der seit vier Jahren in der deutschen Hipster-Hauptstadt Berlin lebt. Auf einer Zugfahrt hatte der 26-Jährige eine Idee: Wie wäre es, ein "Hipster-Quartett" nach dem Vorbild alter Auto- oder Flugzeug-Quartette zu entwickeln?
Also zog er los, stromerte über Flohmärkte und wühlte in den Kleiderschränken seiner WG. Danach lud er seine Freunde zu einem großen Frühstück ein, verwandelte sie in Szenetypen und fotografierte sie. Seine Kunstfiguren taufte er auf Namen wie Linus, Lillit oder Gunnar. Dazu dachte er sich Quartett-Kategorien wie "Projekte", "Illegale Open Airs (pro Jahr)" und "Social Media Friends" aus. Ein Kumpel von Brunnert machte das Layout, der Freund der Schwester gab das Geld - fertig war das Kartenspiel, das nun in etlichen Läden und über einen Online-Versand zu bekommen ist, meistens zu einem Preis von etwa 8 Euro (Infos unter hipsterquartett.de ).
Gespielt wird nach klassischen Quartett-Regeln: Name und Kategorie des Hipsters werden vorgelesen, außerdem der jeweilige Wert, zum Beispiel "Jutebeutel: 22". Die Hälfte der Startauflage von 3000 Spielen sei schon weg, sagt Brunnert. Besonders gut laufe der Verkauf in Läden, die ein hippes Publikum haben. Das Erfolgsgeheimnis des Quartetts: "Niemand bezeichnet sich selbst als Hipster, alle lachen über ihn, und deshalb fühlt sich auch keiner beleidigt", sagt der Spiel-Erfinder. Und Brunnert selbst? Der schwört: "Ich sehe nicht aus wie ein Hipster."