Adlon-Affäre: Regierung geht auf Distanz zu Welteke - DER SPIEGEL
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Adlon-Affäre Regierung geht auf Distanz zu Welteke

Bundesbankpräsident Ernst Welteke gerät immer stärker unter Druck, weil er sich einen teils privaten Aufenthalt im Berliner Luxushotel Adlon von der Dresdner Bank bezahlen ließ. Finanzminister Eichel ging mit deutlichen Worten auf Distanz.
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Frankfurt am Main/Berlin - Eichel sagte zwar, die Bundesbank müsse den Vorgang selbst bewerten: "Ich betone, dass alle Konsequenzen im Bereich der Bundesbank selber zu ziehen sind." Der Finanzminister wies aber nachdrücklich darauf hin, dass ein "vergleichbares Verhalten in der Bundesregierung nicht möglich" sei.

Nach Aussage von Jörg Müller, Sprecher des Bundesfinanzministeriums, muss nun geklärt werden, ob es sich bei der Einladung um ein Geschenk im Sinne des Beamtenrechtes handelt. Gemäß Paragraf 70 ist es Bundesbeamten untersagt, Geschenke von Unternehmen anzunehmen. Prüfung, Bewertung und gegebenenfalls Sanktionierung im Falle Welteke ist nach den Worten Müllers "ausschließlich Sache der Bundesbankgremien selbst".

Welteke hatte zu Silvester 2001 an einer Feier zur Euro-Bargeldeinführung in Berlin teilgenommen. Die Kosten für den Aufenthalt von Welteke, der vom 29. Dezember bis zum 2. Januar im Nobelhotel Adlon wohnte, hatte die Dresdner Bank übernommen. Überdies kam die Bank auch noch für die Kosten von Weltekes Frau sowie für dessen Sohn und seine Freundin auf. Insgesamt wurden Kosten in Höhe von 7661,20 Euro übernommen.

An der Feier hatte auch Eichel teilgenommen. Der Finanzminister übernachtete jedoch in der eigenen Berliner Wohnung.

Der seit September 1999 amtierende Notenbankchef Welteke zeigte sich angesichts der Vorwürfe wenig selbstkritisch. "Mein Aufenthalt hat in der Öffentlichkeit zu Kritik und Missverständnissen geführt", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme Weltekes, der sich ursprünglich in einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten stellen wollte. Worte des Bedauerns fehlten in der Erklärung. Welteke kündigte an, dass die Bundesbank die Kosten für zwei Übernachtungen übernehme. Den Restbetrag zahle er aus eigener Tasche. Die Überweisungen an die Dresdner Bank seien bereits erfolgt.

Die Einladung der Dresdner Bank hat möglicherweise auch juristische Folgen für Welteke. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE erwägt die Frankfurter Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Verfahrens gegen den Bundesbank-Präsidenten. Eine offizielle Bestätigung der Staatsanwaltschaft war zunächst nicht zu erhalten.

Regierungssprecher Hans-Hermann Langguth sagte, Bundeskanzler Gerhard Schröder, der sich derzeit im Urlaub befindet, sei über den Sachverhalt informiert. "Er harrt der Dinge, die da kommen", sagte Langguth. Zur Ungeduld bestehe keine Veranlassung.

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