Airline-Fehde EasyJet will KLM-Kauf torpedieren
London/Paris - Am Dienstag reichte EasyJet in Luxemburg eine Klage beim EU-Gericht in erster Instanz ein. Die These der Briten: Die Billigung der Fusion von Air France und KLM durch die Europäische Kommission sei falsch - denn die Verschmelzung beider Unternehmen schränke den Wettbewerb ein und schade dem Verbraucher.
In einem zweiten Prozess will sich easyJet attraktivere Start- und Landezeiten in Frankreich erstreiten. Die Briten argumentieren, die Fusion von Air France und KLM führe zu Nachteilen vor allem an den Pariser Flughäfen. Die ohnehin dominierende Position von Air France werde gestärkt. EasyJet ist im vergangenen Jahr zum größten Konkurrenten von Air France im französischen Flugverkehr aufgestiegen.
Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta warf den Briten in einem Rundfunk-Interview "lügnerische Anschuldigungen" vor. EasyJet-Chef Ray Webster sei einfach "genervt". In Paris sei es viel einfacher, Landerechte zu erhalten als in London.
Die französiche Airline teilte ebenfalls am Dienstag mit, ihr operativer Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende: 31. März) sei um 18,5 Prozent auf 132 Millionen Euro zurückgegangen. Der Überschuss fiel von 120 auf 93 Millionen Euro, der Umsatz blieb mit 12,3 Milliarden Euro leicht unter Vorjahresniveau. Im laufenden Jahr will Air France 65 bis 75 Millionen Euro einsparen und den Gewinn wieder steigern.