Airline-Schwindsucht Notfall-Medizin für American
Fort Worth - Mehrere US Fluglinien wie Vanguard und US Airways sind seit dem 11. September in die Pleite geflogen, auch über die Insolvenz des Branchenzweiten United wird seit langem spekuliert. Zugleich ist das Passagieraufkommen, das sich in Europa wieder erholt, in den USA nicht ansatzweise auf dem Niveau angelangt, das es vor den Terroranschlägen erreicht hatte. Zeit für radikale Maßnahmen also - sogar beim stärksten unter den Geschwächten, American Airlines.
1,1 Milliarden Dollar Kosten jährlich will das Unternehmen mit der umfangreichen Restrukturierung einsparen. Konzernchef Donald J. Carty hofft, American so zurück in die Profitabilität zu führen. Allein in den vergangenen sechs Monaten hatte American ebenfalls 1,1 Milliarden Dollar Verluste geschrieben, der Umsatz schrumpfte um 17 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar.
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Um das Sparziel zu erreichen, will American nicht nur einen Teil seiner 110.000 Mitarbeiter entlassen, sondern bis November die Kapazität um neun Prozent reduzieren. Zugleich will die Gesellschaft ihre Flugzeugflotte und ihre Flugpläne vereinfachen. Die Stilllegung von neun Boeing-767-300-Jets soll beschleunigt werden, die gesamte Flotte von 74 Fokker-Maschinen wird den Plänen zufolge bis Ende 2005 aus dem Verkehr gezogen. 35 bereits bestellte Jets werden später als ursprünglich vereinbart gekauft.
Nach den Anschlägen vom 11. September - bei denen auch zwei American-Maschinen entführt wurden - hatte die Fluglinie bereits Arbeitsplätze abgebaut und die Zahl ihrer Flugzeuge reduziert. Die Zahl der Beschäftigten sank von 128.000 auf 112.000.
Die Aktien der des Hauptkonkurrenten United sind am Montag derweil um 27 Prozent auf nur noch 3,80 Dollar eingebrochen. Die Spekulationen über einen möglichen Konkurs der zweitgrößten US-Fluggesellschaft gingen unvermindert weiter. Der Flugverkehr der US Airways wiederum läuft bisher trotz der Insolvenz relativ normal weiter. Die Gesellschaft will im Zuge des Konkursverfahrens ihre Schulden senken und Kosten sparen. Sie will bis zum ersten Quartal 2003 saniert aus dem Konkursverfahren hervorgehen.