Aldi-Preiskampf Konkurrenz zieht nach
Mülheim/Essen - Aus den Spekulationen ist Gewissheit geworden: Eine Sprecherin der Aldi-Gruppe bestätigte, dass Deutschlands größte Discounter-Kette die Preise für alle Artikel abrunden will. Mit Einführung des Euro-Bargeldes würden die Preise um bis zu 2,7 Prozent und um mindestens 1,6 Prozent sinken.
Aldi wird die Preis-Offensive mit einer massiven Medienkampagne begleiten. Auf Handzetteln soll für die "größte Aldi-Preissenkung aller Zeiten" geworben werden. Möglich ist auch, dass die Aufdrucke auf Aldi-Einkaufstüten für mehrere Monate geändert werden, um auf die radikalen Einschnitte hinzuweisen.
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Auch der Discounter Plus bestätigte unterdessen, dass er im neuen Jahr deutliche Preissenkungen plant. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Hürtler, sagte der "Lebensmittelzeitung", dass zunächst die Preise für 250 Artikel deutlich fallen würden. Weitere Preisschritte würden im Rahmen einer größeren "Purzelpreis-Kampage" folgen.
Günstiger einkaufen können die Verbraucher im neuen Jahr wohl auch beim Aldi-Konkurrenten Lidl. Er hatte bereits vor einigen Wochen in Zeitungsanzeigen angekündigt, dass seine Artikel zum 2. Januar 2002 noch billiger würden.
Nur ein Marketing-Gag?
Wie andere Konkurrenten auf den Aldi-Vorstoß reagieren, bleibt derweil unklar. Ein Sprecher des Metro-Konzerns (Real, Extra) zeigte sich gelassen: "Wir sind mit den Ergebnissen der Lebensmittelsparte hoch zufrieden". Die Aldi-Strategie sei nicht mehr als eine Marketingmaßnahme. Metro verfolge "nicht das Ziel, die Euro-Einführung zu Marketingzielen einzusetzen". Preissenkungen seien nicht das entscheidende Mittel, um langfristig auf dem Markt zu bestehen.
Der Lebensmitteleinzelhandel gilt als eine extrem preisintensive Branche. Obwohl die Margen niedrig sind, unterbieten sich die Discounter gegenseitig, um Marktanteile hinzuzugewinnen. So hatten sich im Sommer 2000 Aldi, Wal-Mart und Lidl einen erbitterten Preiskampf geliefert, der mit der Abmahnung durch das Kartellamt endete.