Angeschlagene US-Bank Citigroup erwägt Teilverkauf
New York - Die US-Großbank Citigroup steckt tief im Strudel der Finanzkrise. Insidern zufolge erwägt sie nun drastische Aktionen zur Sanierung: Zu den Möglichkeiten gehöre der Verkauf von Unternehmensteilen oder die Fusion mit einem anderen Institut, berichtet das "Wall Street Journal".
In Frage komme etwa der Verkauf des Broker-Hauses Smith Barney oder der Kreditkarten-Branche. Für den Fall einer Übernahme waren Morgan Stanley und Goldman Sachs als Käufer im Gespräch. Dem "Wall Street Journal" zufolge erwägt Morgan Stanley aber keine Offerte.
Generell seien die Verkaufserwägungen in einem "frühen Stadium", berichtet die Zeitung. Die Gespräche fänden bislang nur intern statt. Einige Maßnahmen seien bei Managern auf Widerstand gestoßen. Das Führungsgremium der Bank will am Freitag zu weiteren Beratungen zusammenkommen.
Wie die Zeitung berichtet, sind Citigroup-Chef Vikram Pandit und andere Vorstandskollegen frustriert darüber, dass die Aktie des Instituts an der Börse so massiv abstürzt. Die Anteilsscheine notierten am Donnerstag 26 Prozent niedriger, nachdem es am Vortag bereits einen Kursverfall um 23 Prozent gegeben hatte. Die Citigroup-Aktie befindet sich damit auf dem tiefsten Stand seit 14 Jahren. Börsianer sprachen von düsteren Aussichten für die Citigroup.
Citigroup wollte den Bericht nicht kommentieren und bekräftigte, eine starke Kapital- und Liquiditätsbasis zu haben.
Die Citigroup zählt mit Milliardenverlusten zu den weltweit größten Opfern der Finanzkrise. Sie steckt mittlerweile vier Quartale in Folge tief in den roten Zahlen. Das Minus summiert sich auf mehr als 20 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal hatte das Unternehmen einen Verlust von 2,8 Milliarden Dollar angegeben.
Am Montag hatte die Citigroup die Streichung von 50.000 Stellen angekündigt. Für Deutschland dürften die Auswirkungen des massiven Arbeitsplatzabbaus allerdings vergleichsweise gering sein. Von seinem saudischen Großaktionär Prinz Alwalid bin Talal bekam die Citigroup demonstrativ Unterstützung: Er kündigte an, seinen Anteil wieder von vier auf fünf Prozent aufzustocken.
ssu/AFP/dpa
Grafik: Wie aus Schulden Wertpapiere wurden
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