Apples Markenname: Wie berühmt ist dieser Apfel? - DER SPIEGEL
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Apples Markenname Wie berühmt ist dieser Apfel?

Der Computerhersteller Apple ist wegen seines Logos in einen bizarren Rechtsstreit verwickelt. Die Kalifornier wollen dem chinesischen Unternehmen Guangdong Apples die Verwendung des Apfelsymbols untersagen - allerdings nicht für Computer, sondern für Textilien.
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Peking/Cupertino - Apple Computer   besitzt einen der begehrtesten Markennamen der Welt. Trotzdem hat das Unternehmen bisher der Versuchung widerstanden, sein Apple-Logo in großem Stil auf T-Shirts oder Kaffeetassen drucken zu lassen. Dem Vernehmen nach liegt das vor allem an Apple-Chef Steve Jobs, der Merchandise hasse und der Meinung sei, dass Fanartikel wie Apple-Bettwäsche seine Marke entwerten würden.

Noch weniger dürfte es Jobs schmecken, dass ein anderes Unternehmen Produkte mit dem Apfel-Logo vertreibt: Die chinesische Guangdong Apples Industrial Co. Ltd. stellt Textilien und Lederwaren her, die mit einem Apfel verziert sind. Wesentlicher Unterschied: Der Apfel von Apples ist weinrot und unversehrt, der Apfel von Apple ist meistenteils grau oder silber und hat auf der rechten Seite eine Bissspur.

Apple hatte bereits Mitte 2003 beim Komitee für die Begutachtung von Markenrechten der Staatlichen Chinesischen Behörde für Industrie und Handel in Peking den Antrag gestellt, das Apple-Apfel-Logo für Textilien in China zu registrieren. Für den Computerbereich hatte Apple bereits im Mai 2003 eine entsprechende Zulassung erhalten. Für Bekleidung bekam Apple von dem Markenkomitee allerdings keine Zulassung. Begründung: Guangdong Apples war zuerst da und ließ sich den Apfel bereits 1998 schützen.

Äpfel und Birnen

Gegen diese Entscheidung hat Apple jetzt Klage eingereicht. Apples Anwälte führen an, das Logo des Computerherstellers habe weltweit einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Folglich habe Apple einen Anspruch darauf, dass sein 25 Jahre altes Logo auch für Textilien registriert werde. In dem Rechtsstreit wird es nach Angaben chinesischer Blätter im Wesentlichen darum gehen, ob das Apple-Logo im juristischen Sinne berühmt ist.

Das Komitee verweist weiter darauf, dass Computer und Ledertäschchen wenig miteinander zu tun haben. Gegenüber "China Daily" bemerkte Behördensprecher Duan Xiaomei scharfsinnig: "Bekleidung unterscheidet sich völlig von Computern, was Funktion, Kosumentengruppen und Verkaufsmethoden angeht." Zudem habe Apple nicht schlüssig darlegen können, dass der Konzern eine nennenswerte Marktposition im Textilbereich inne habe.

Selbst wenn Apple den Rechtsstreit in China gewinnt, ist wohl nicht mit einer Schwemme von Apple-Merchandise zu rechnen - dem Konzern dürfte es eher darum gehen, den eigenen Markennamen weltweit wasserdicht zu machen. Tröstend für die Kalifornier könnte sein, dass auch der chinesische Kontrahent Trademark-Sorgen hat: "Wegen unserer hohen Qualität und unserem guten Service werden Markenname APPLES immer berühmter (sic!)", heißt es in etwas holprigem Englisch auf der Unternehmensseite. "Einige Manufactoren (sic!) nutzen das aus und produzieren viele Fälschungen um schnelles Geld zu machen. Um den guten Ruf von APPLES zu schützen arbeiten unser Unternehmen zusammen mit Marketingabteilung (sic!) um gegen die Fälschungen zu kämpfen."

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