Auto-Absatz Die Luxus-Blase platzt
New York - In den ersten sieben Monaten dieses Jahres habe DaimlerChrysler lediglich 278 Maybach-Limousinen produziert, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf informierte Kreise. Bei der Präsentation des Gefährts, das bis zu einer halben Million Euro kosten kann, hatte DaimlerChrysler noch mit einem Absatz von 1000 Stück pro Jahr gerechnet. Eine Konzernsprecherin hat das Absatzziel für 2003 mittlerweile auf 800 korrigiert, bekräftige aber das Vorhaben des Konzerns, 2004 auf 1000 verkaufte Maybachs zu kommen.
Als größter Markt für Fahrzeuge der höchsten Preisklasse gelten die USA. Experten geben zu bedenken, dass bei der Projektion und der Entwicklung dieser Automobile vor rund fünf Jahren der Internet-Boom eine neue Klasse von "Papier-Millionären" hervorgebracht hatte. Nun jedoch, wo die erste Welle dieser Fahrzeuge auf den Markt kommt, haben sich die Rahmenbedingungen völlig geändert. Das "WSJ" zitiert das US-Marktforschungsunternehmen Autodata Inc., nach dessen Erkenntnissen in den USA von Januar bis August nur 48 Maybachs verkauft wurden. Noch schlechter sieht es dem Bericht zufolge für die BMW-Tochter Rolls Royce aus. Nach 77 Verkäufen in den ersten acht Monaten des Jahres 2002 soll der Absatz der Luxuslimousinen im gleichen Zeitraum des Jahres 2003 auf 38 zurückgegangen.
Angesichts der Absatzprobleme wird auch Bau des "Luxus-Cadillac" von General Motors zunehmend unwahrscheinlicher. Bob Lutz, Vice-Chairman, sagte nach einem Bericht der "Financial Times", derzeit gebe es zu viele Markteinführungen von Fahrzeugen, die 250.000 Dollar und mehr kosten. "Ich glaube, dass es ein sehr begrenzter Markt ist und dass es für alle sehr schwierig werden wird, entsprechend ihrer Kapazität zu verkaufen", erklärte Lutz. Bereits vor einiger Zeit hatte Franz-Josef Paefgen, Spitzenmanager bei Bentley, davor gewarnt, dass es nicht genügend Multimillionäre gibt, die ihr Geld für Luxusautomobile ausgeben wollen. Bentley hat deshalb einen Continental GT auf den Markt gebracht, dessen Preis mit rund 150.000 Dollar vergleichsweise niedrig ist.