Börse Dax trotzte Intel-Sog
Frankfurt am Main - Der Dax schloss mit 0,86 Prozent bei 6740,25 Punkten im Plus. Am Neuen Markt begrenzten die Wachstumstitel im Nemax-50 ihre Verluste und schlossen um 0,42 Prozent schwächer bei 5238,32 Zählern.
Frank Albrecht, Aktienhändler bei der Hamburger M.M. Warburg, sah nach der Intervention der EZB, der japanischen Notenbank und der amerikanischen Federal Reserve eine leichte Erholung beim Dax. Belastend wirkten sich jedoch die Kursverluste bei den Technologiewerte aus, die nach einer Gewinnwarnung des US-Halbleiterherstellers Intel am Morgen eingebrochen waren.
Unter den deutschen Technologiewerten verloren Siemens 3,91 Prozent auf 152,50 Euro. Am Morgen war der Titel bis auf rund 144 Euro abgerutscht. Die Siemens-Tochter Epcos verringerte am Nachmittag die Verluste und beendete den Handel mit 2,89 Prozent bei 94,70 Euro. Die Halbleiter-Tochter Infineon büßte 4,7 Prozent auf 55,80 Euro ein.
Henkel-Aktien gehörten zu den Gewinnern im Dax. Das Papier kletterte um 6,36 Prozent auf 70,20 Euro. Händler führten die Gewinne auf die positiven Umsatz- und Ergebniserwartungen zurück. Nach dem Einbruch am Donnerstag erholte sich die Lufthansa-Aktie wegen des Einstiegs bei Eurowings um 6,24 Prozent auf 22,80 Euro. Auch die Versorger präsentierten sich stark.
Aktien der Telekom büßten bis Sitzungsende an Wert ein. Mit einem Kursabschlag von 1,53 Prozent auf 38,65 Euro erreichte der Titel beinahe den Jahrestiefstwert von 37,66 Euro. Das Indexschwergewicht fiel nach Meinung von Analysten der Hamburgischen Landesbank auf Grund eines negativen Branchenumfeldes und der Kursverluste bei der Internet-Tochter T-Online.
Bankentitel tendierten uneinheitlich. Deutsche Bank verloren 1,94 Prozent auf 94,14 Euro. Dresdner Bank legten um 2,19 Prozent auf 48,90 Euro zu. Das Commerzbank-Papier stieg um 1,92 Prozent auf 32,93 Euro.
Nasdaq und Dow begrenzten Verluste
In London und Paris tendierten die Börsen fester. Der Euro-Stoxx 50 notierte um 0,1 Prozent im Plus bei 4945,37 Punkten. Die Börsen in den USA tendierten leichter. Die Nasdaq verlor bis 20.30 Uhr 2,06 Prozent bei 3749,94 Zähler. Die Industriewerte in Dow Jones büßten um 0,2 Prozent auf 10.744,15 Punkte ein.
Interventionsankündigung stützte den Euro
Der Euro stieg nach der Ankündigung der EZB, am Devisenmarkt zu dessen Gunsten zu intervenieren, bis auf 0,8980 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 0,8801 US-Dollar gehandelt, nachdem die USA ungeachtet der Marktintervention ihr Interesse an einem starken Dollar bekräftigt hatten. Der Dollar kostete 2,2210 Mark. Die EZB setzte den Referenzkurs mit 0,8890 (nach 0,8524 am Vortag) Dollar fest. Der Dollar war damit 2,20 (2,2945) Mark wert.
Der Rentenmarkt zeigte sich freundlich. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen lag mit 105,20 Zählern um 0,3 Prozent höher. Der Rentenindex Rex stieg um 0,3 Prozent auf 110,15 Punkte. Die Umlaufrendite betrug 5,27 Prozent nach 5,32 Prozent