Börsen-Durcheinander: US-Krisentreffen mit Bernanke - DER SPIEGEL
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Börsen-Durcheinander US-Krisentreffen mit Bernanke

Krisentreffen auf höchster Ebene: Angesichts der jüngsten Turbulenzen am Kreditmarkt trifft sich US-Notenbankchef Bernanke heute zu Beratungen mit führenden Finanzpolitikern. Die Märkte haben sich zwar ein wenig erholt - viele Händler warnen jedoch, das Börsenbeben werde weitergehen.
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Washington - Der Vorsitzende des Bankenausschusses im US-Senat, Christopher Dodd, sagte im Fernsehen, das Treffen mit Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson diene dem Informationsaustausch. Es werde dabei insbesondere um die Auswirkungen der Kreditmarktkrise auf die US-Konjunktur gehen. Auch werde man über zusätzliche Schritte sprechen, wie die Hypotheken- und Finanzmärkte weiter zu stabilisieren seien und Hausbesitzern unter die Arme gegriffen werden könne.

Der Markt für schlechter besicherte Baufinanzierungen ist in den USA völlig zusammengebrochen, da viele Hausbesitzer ihre Hypotheken wegen steigender Zinsen und fallender Immobilienpreise nicht mehr bedienen konnten. Die Krise hat weltweit Anleger verunsichert und an den Börsen heftige Kursverluste ausgelöst. Die US-Notenbank reagierte darauf am Freitag mit einer Diskontsatz-Senkung, mit der die Liquidität im Bankensystem verbessert werden soll.

Die Maßnahmen schienen zunächst Wirkung zu zeigen. Nach heftigen Verlusten in der Vorwoche verbesserte sich die Lage an den internationalen Börsen gestern, und auch heute starteten die asiatischen Aktienmärkte gut in den Tag. Der Nikkei-Index   für 225 führende Werte stieg bis zur Handelsmitte um 235,34 Punkte oder 1,50 Prozent auf den Zwischenstand von 15 967,82 Punkten. Der breit gefasste Topix verbesserte sich bis dahin deutlich um 30,11 Punkte oder 1,98 Prozent auf 1553,68 Punkte. Der Leitindex Dow Jones  war zuvor mit 0,32 Prozent höher bei 13.121,35 Punkten aus dem Geschäft gegangen.

Die japanische Zentralbank pumpte jedoch erneut Geld in den Markt - insgesamt 800 Milliarden Yen (5,2 Milliarden Euro) - um einem Anstieg der kurzfristigen Zinsen zu begegnen. Damit stellte die Bank allein in den vergangenen vier Handelstagen 3,4 Billionen Yen zur Verfügung.

Der Dax   hat seine Eröffnungsgewinne heute morgen zudem zum Teil wieder abgegeben. Der Leitindex knüpfte zunächst nur kurzzeitig an die am Freitagnachmittag eingeleitete Erholung an und rutschte zuletzt mit 0,40 Prozent ins Minus auf 7378 Punkte. Für den MDax   mittelgroßer Werte ging es aber um 0,20 Prozent auf 9665 Zähler hoch. Der TecDax   lag prozentual unverändert bei 850 Punkten.

Viele Anleger glauben, dass die Krise noch nicht vorüber ist. Der Markt sei derzeit unberechenbar. Die Anleger fürchteten, dass weitere Hiobsbotschaften vom US-Hypothekenmarkt drohten. "Ich glaube nicht, dass wir schon alles überstanden haben", sagte ein Börsianer.

ase/AP/dpa/Reuters

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