British Telecom Aus eins mach zwei
London - Zum Börsenstart gab die Aktie der Mobilfunktochter mmO2 gleich 1,3 Prozent nach. Jeder Aktionär erhält für seine BT-Papiere jeweils eine Aktie der BT Group (traditionelle Märkte) und eine Aktie der Firma mmO2 (Mobil). Die Mobilfunksparte soll künftig völlig selbständig operieren.
Am "grauen Aktienmarkt" war mmO2 mit gut sechs Milliarden Pfund bewertet worden. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Analysten noch vor knapp einem Jahr geschätzt hatten. Offen ist, ob die bisherigen BT-Aktionäre die Aktie von mmO2 ins Herz schließen oder rasch abstoßen und so eine Übernahme durch einen der Konkurrenten erleichtern werden. Londoner Branchenkenner machen die Antwort auf diese Frage vor allem davon abhängig, ob es dem mmO2-Management unter Leitung des einstigen BT-Vorstandsmitglieds Peter Erskine gelingt, eine attraktive Zukunftsvision zu entwickeln.
Bisher hat Erskine lediglich verkündet, dass er im Mobilfunkgeschäft alles besser und anders machen will als die Wettbewerber. Ganz kundenorientiert will mmO2 sein und natürlich technisch auf dem neuesten Stand - aber das nimmt auch die Konkurrenz für sich in Anspruch.
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BT Chef Peter Bonfields Strategie, über die britische Insel hinaus in Europa, Asien und Amerika zu den Großen des Telekomsektors zu gehören, haben BT viel Geld gekostet. Selbst daheim ist das urbritische Unternehmen mit 10,9 Millionen Kunden mittlerweile auf den dritten Platz hinter Weltmarktführer Vodafone und Konkurrent Orange zurückgefallen.
Dass BT im August 2000 die deutsche Viag Interkom vollständig übernahm und sich damit auch die Belastungen durch die gerade für 8,5 Milliarden Euro ersteigerte UMTS-Lizenz einhandelte, bezeichnet Bonfield rückblickend heute noch als "die Entscheidung, die ich im Nachhinein am meisten bedaure". Verlustbringer Viag Interkom brennt große Löcher in die mmO2-Bilanz. Aber auch die niederländische Tochter Telfort macht den britischen Mobilfunkern wenig Freude.
Bonfield hat vor der Aufspaltung in BT Group und mmO2 noch einmal reinen Tisch gemacht: So verkaufte er nicht nur die Beteiligung an Japan Telecom an den Erzrivalen Vodafone, auch das ambitiöse Internet-Joint-Venture Concert mit der amerikanischen AT&T wurde aufgelöst. Zudem hat Bonfield mmO2 durch eine Schuldenumschichtung mit lediglich 500 Millionen Pfund Schulden an die Londoner Börse entlassen.