LUFTFAHRT Condor-Jets am Boden
Noch wenige Wochen vor Beginn der Reisesaison hatte die Ferienfluggesellschaft Condor massive Probleme bei der Abwicklung ihrer Fernflüge. Das geht aus einem vertraulichen Schreiben der Personalvertretung hervor, das unter anderem Mängel bei Wartung und Instandhaltung der Maschinen kritisiert. Laut dem Memo, das zwölf Arbeitnehmervertreter aus Sorge um die »Reputation der Condor als Qualitätscarrier« verfassten, musste die Chartergesellschaft im Frühjahr zeitweise bis zu vier ihrer neun Boeing-Langstreckenmaschinen vom Typ 767 stilllegen. Bei zwei Jets waren Vögel in die Triebwerke geraten. Ein anderer Flieger fiel sechs Wochen lang aus, nachdem ein Riss in der Triebwerksaufhängung festgestellt wurde. Als Folge hätten Condor-Passagiere »in Einzelfällen Verspätungen von über 30 Stunden« in Kauf nehmen müssen und auf Flügen nach Fort Lauderdale oder Mauritius »zum Teil zwei Zwischenlandungen« ertragen. In ihrem Brandbrief rügen die Personalvertreter auch die extrem lange Nutzungsdauer der Jets von bis zu 15 Stunden pro Tag und den Mangel an Flugzeugtechnikern bei der Condor-Wartungstochter CCT. Inzwischen, so versichert die Geschäftsführung der Condor-Mutter Thomas Cook, verkehren die Maschinen wieder pünktlich. Sollten bei der Wartungstochter CCT weiterhin Engpässe auftreten, will sie künftig auch Fremdfirmen einschalten.