Deutsche Bank steht vor Millionenvergleich mit Kirch-Erben - DER SPIEGEL
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Medienberichte Deutsche Bank steht vor Millionenvergleich mit Kirch-Erben

Es geht angeblich um ein Angebot in Höhe von 800 Millionen Euro: Im Dauerstreit zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch zeichnet sich Medienberichten zufolge eine Lösung ab. Doch noch ist das Ende des Prozesses nicht besiegelt.
Leo Kirch, Rolf Breuer: Zäher Konflikt
Leo Kirch, Rolf Breuer: Zäher Konflikt

Leo Kirch, Rolf Breuer: Zäher Konflikt

Foto: Michael Dalder / REUTERS
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Hamburg/Frankfurt am Main - Alles scheint auf eine Einigung hinauszulaufen. Die Deutsche Bank steht nach Informationen aus Finanzkreisen vor einem millionenschweren Vergleich mit den Erben des ehemaligen Medienmoguls Leo Kirch, wie die "Süddeutsche Zeitung" und die Nachrichtenagentur Reuters melden. Weder die Bank noch die Kirch-Seite wollten die Berichte auf Nachfrage kommentieren.

"Der Vergleich ist weitgehend ausverhandelt", sagte eine mit den Plänen vertraute Person laut Reuters. Es gehe um 800 Millionen Euro zuzüglich Zinsen. Diese Summe nannte auch die "Süddeutsche Zeitung". Das Präsidium des Aufsichtsrats und der zuständige Ausschuss des Kontrollgremiums sollen noch am Mittwoch über eine solche Lösung des seit mehr als elf Jahren schwelenden Streits beraten.

Noch aber ist das Ende des Verfahrens nicht besiegelt. Die Bank und die Kirch-Erben hatten bereits mehrere Anläufe unternommen, einen Schlussstrich unter den Konflikt zu ziehen, aber sie waren oft im letzten Moment gescheitert.

Gericht sagt überraschend Sitzung ab

Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte die Bank und ihren damaligen Chef Rolf Breuer zeitlebens für den Zusammenbruch seines Medienkonzerns im Jahr 2002 verantwortlich gemacht. Ursprung des zähen Konflikts war eine Äußerung Breuers in einem Fernsehinterview Anfang Februar 2002. Angesprochen auf Kirchs Kreditwürdigkeit hatte der Banker der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt: "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen."

Seither hatte Kirch die Bank mit Prozessen überzogen. Vor dem Oberlandesgericht (OLG) München hatten die Erben Kirchs im Dezember 2012 schließlich einen großen Sieg errungen. Die Richter verurteilten die Bank zu Schadensersatz und warfen ihr etliche Verfehlungen vor.

Gegen das Grundsatzurteil des OLG wehrt sich die Bank vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Zudem sind weitere Verfahren anhängig. Das alles müsste mit einem Vergleich erledigt werden, um die zivilrechtlichen Auseinandersetzungen zu beenden.

Über die Höhe des Vergleichs wird derzeit in dem Verfahren mit Hilfe eines Gutachters verhandelt. Gefordert hatte die Kirch-Seite rund zwei Milliarden Euro. Der nächste Termin war für diesen Donnerstag anberaumt. Das OLG sagte die Sitzung aber wegen des Eingangs neuer Schriftsätze überraschend ab. Diese Ankündigung kann wohl als Indiz gewertet werden, dass der Dauerstreit dieses Mal tatsächlich ein Ende findet.

bos/dpa/Reuters