Dickes Plus Obama-Sieg beflügelt Asiens Börsen
Tokio/Frankfurt am Main - Er ist Amerikas erster schwarzer Präsident, seine Autobiografie betitelte er mit "Hoffnung wagen" ("The Audacity of Hope"). Den von der Finanzkrise gebeutelten Börsen konnte Amerikas 44. US-Präsident in der Nacht seines historischen Siegs bereits ein wenig Hoffnung einflößen.
Die Börse in Tokio schloss am Mittwoch deutlich im Plus. Der Nikkei gewann 4,46 Prozent und schnellte damit auf den höchsten Stand seit drei Wochen empor. Der chinesische Hang Seng legte um mehr als 2,5 Prozent auf 14.752 Punkte zu.
Ein Händler in Hongkong sagte, der haushohe Sieg Obamas "zeigt, dass die Amerikaner mehr Reformen wollen. Das ist ein guter Stimulus für die Wall Street". Nach Ansicht eines Analysten an der Tokioter Börse bevorzugten die Märkte im Allgemeinen zwar einen republikanischen Präsidenten in den USA, dies habe sich mit der Finanzkrise nun aber geändert. Obama hat in seinem Wahlprogramm Steuersenkungen für 95 Prozent der Steuerzahler versprochen, was die Binnenkonjunktur in den USA ankurbeln dürfte. Der Wahlsieger versprach zudem, 50 Milliarden Dollar in die Infrastruktur zu investieren.
Händler begründeten die Gewinne zudem mit einen fallenden Yen-Kurs und den guten Vorgaben aus den USA. Angesichts der Präsidentschaftswahl hatten zuvor schon die Investoren an der Wall Street kräftig eingekauft: Der Dow Jones ging 3,3 Prozent im Plus bei 9625 Punkten aus dem Handel. Der S&P-500 stieg um vier Prozent, der Nasdaq kletterte um 3,1 Prozent auf 1780 Punkte.
Nach dem Wahlsieg von US-Demokrat Barack Obama dürfte auch der Dax am Mittwoch mit Kursgewinnen in den Tag starten. Vor Börsenbeginn tendierte der deutsche Leitindex um 1,93 Prozent höher bei 5380 Punkten. Schon am Dienstag hatte der Dax mehr als fünf Prozent höher bei 5278 Punkten geschlossen.
Barack Obama dankte den Wählern inzwischen für seinen historischen Sieg. Knapp eine Stunde nach Verkündung des Wahlergebnisses wandte sich der US-Demokrat an Hunderttausende jubelnde Anhänger, die sich im Grant Park in Chicago versammelt hatten: "Wenn noch irgendjemand daran zweifelt, dass Amerika ein Land ist, in dem alles möglich ist - der bekommt den heutigen Abend als Antwort."
ssu/dpa/Reuters