Deutscher Nahverkehr Duisburg ist die Hauptstadt der Schwarzfahrer
Luftbild der Stadt Duisburg (Archivbild): Vier Prozent Schwarzfahrerquote
Foto: obs/Niederrheinische IHKDüsseldorf/Berlin - Die Umfrage kommt für die Konferenz der Verkehrsminister zur rechten Zeit. Gerade haben die Ressortleiter angekündigt, dass aufgrund steigender Kosten das Bußgeld für Schwarzfahrer um 20 Euro angehoben werden soll. Wie stark die verschiedenen Metropolen von den Verlusten betroffen sind, geht jetzt aus einem neuen Ranking hervor: Das Magazin "Wirtschaftswoche" hat eine Liste der deutschen Städte veröffentlicht, in denen die meisten Menschen ohne Ticket den Nahverkehr nutzen.
Die Stadt Duisburg hat mit vier Prozent der kontrollierten Fahrgäste demnach den höchsten Anteil von Schwarzfahrern in Deutschland, dicht gefolgt von Bonn, Berlin und Bielefeld, wo die Quote jeweils bei bis zu vier Prozent liegt. Auf dem fünften Platz landet dem Bericht zufolge Köln mit einem Schwarzfahreranteil von 3,3 Prozent, knapp vor den Metropolen München und Stuttgart, die auf jeweils drei Prozent Schwarzfahrer kommen. Auf den folgenden Plätzen stehen die Städte Hamburg, Wiesbaden und Bremen. Die Ergebnisse beruhen nach Angaben der "Wirtschaftswoche" auf einer Umfrage unter den Nahverkehrsbetrieben in den 25 größten Städten Deutschlands.
Ab und zu mal schwarzzufahren, mag dem Einzelnen wie ein vergleichsweise kleines Vergehen erscheinen. In der Summe ergeben sich allerdings immense Verluste: Nach Schätzungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) entgehen den Nahverkehrsunternehmen durch Schwarzfahrer jährlich bis zu 250 Millionen Euro Einnahmen. Hinzu kommen Kosten von 100 Millionen Euro für den Einsatz von Kontrolleuren.
Die Verkehrsministerkonferenz hält es deshalb für angemessen, das Bußgeld für Schwarzfahrer ab 2015 von 40 auf 60 Euro anzuheben, wie der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Ressortchef Reinhard Meyer (SPD), vor einigen Tagen angekündigt hatte. "Andernfalls würden diese Kosten vollständig auf die Allgemeinheit in Form von höheren Fahrpreisen umgelegt werden", sagte Meyer. Das höhere Bußgeld soll einen Teil der Aufwendungen der Verkehrsunternehmen für Kontrollen ausgleichen.