Diese Dax-Chefs reden am unverständlichsten - DER SPIEGEL
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Kauderwelsch-Test Diese Dax-Chefs reden am unverständlichsten

Bandwurmsätze, Fremdwörter, abstrakte Wortneuschöpfungen: Wenn Vorstandschefs von Dax-Konzernen vor Aktionären reden, kommt oft Kauderwelsch heraus.
Allianz-Chef Diekmann: Spricht wenig verständlich
Allianz-Chef Diekmann: Spricht wenig verständlich

Allianz-Chef Diekmann: Spricht wenig verständlich

Foto: Armin Weigel/ dpa
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Schon mal von Betriebsunterbrechungsversicherungen gehört? Oder von der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie? Manche Spitzenmanager der großen Dax-Konzerne sprechen einer am Dienstag veröffentlichten Studie zufolge bei Aktionärstreffen unverständlich.

VW-Boss Martin Winterkorn und Commerzbank-Chef Martin Blessing redeten auf den bisherigen Hauptversammlungen 2015 demnach so klar wie sonst kein anderer Spitzenmanager. Michael Diekmann, derzeit noch Chef der Allianz, bildete unter anderem wegen seiner Schachtelsätze das sprachliche Schlusslicht.

Für die Studie werteten Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart die Reden der Dax-Chefs auf den jüngsten Hauptversammlungen aus. Beziehungsweise: von denen, die ihre Aktionärstreffen schon abgehalten haben.

Die Forscher nutzten für ihre Analyse eine spezielle Software, die unter anderem die Länge der Sätze und den Anteil der Fremdwörter untersucht. Der Verständlichkeitsindex reicht demnach von 0 (formal unverständlich) bis 20 (formal sehr verständlich). Blessing und Winterkorn kamen je auf 17,2 Punkte, Diekmann schaffte nur 8,4.

2015 kamen die Dax-Bosse bisher durchschnittlich auf 13,1 Verständlichkeitspunkte. Was nicht schlecht ist. Dennoch fanden sich in ihren Reden noch Wortungetüme wie Fixed Index Annuities, adverse Einflüsse oder Anarbeitungskapazitäten. Einen besonders langen Satz fanden sie mit 46 Wörtern im Redetext von Siemens-Chef Joe Kaeser.

Er lautet: "Wir sind bei der Installation der HGÜ-Plattform in der Nordsee deutlich vorangekommen und konnten die gemachten Erfahrungen dazu nutzen, Neuaufträge mit deutlich verbesserten Rahmenbedingungen zu landen, beispielsweise bei Borwin 3 mit einem Auftragsvolumen von fast einer Milliarde Euro für das Konsortium, an dem Siemens beteiligt ist."

Kaeser belegte den fünftletzten Platz beim Verständlichkeitstest.

ssu/dpa

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