Energie: Netzagentur geht zu Stromkonzernen auf Schmusekurs - DER SPIEGEL
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Energie Netzagentur geht zu Stromkonzernen auf Schmusekurs

Ungewohnte Einigkeit zwischen Bundesnetzagentur und großen Energieversorgern: Man könne den Konzernen keine Diskriminierung kleinerer Anbieter vorwerfen, sagt Behördenchef Kurth. Sorge bereite ihm allerdings die Sicherheit der Stromnetze.
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Düsseldorf – Eigentlich sieht es für die Stromkonzerne gar nicht gut aus: Die EU-Kommission will sie zerschlagen, und auch in Deutschland stehen sie wegen ihrer Preispolitik dauerhaft in der Kritik. Doch nun erhalten sie laut "Handelsblatt" unerwartet Schützenhilfe.

Bereits vor einigen Wochen habe Netzagenturchef Matthias Kurth in einem bislang unveröffentlichten Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) die Positionen seiner Behörde deutlich gemacht: "Signifikante Diskriminierungen des Netzzugangs von Wettbewerbern, die für den mangelnden Zubau neuer Kapazitäten mitverantwortlich gemacht werden könnten, gibt es nach unseren Informationen nicht", zitiert die Zeitung aus dem Schreiben.

Neulinge auf dem Strommarkt dagegen bezweifeln diese Einschätzung. Thomas Mecke, Geschäftsführer des Stromanbieters Nuon sagte, es sei verfrüht, jetzt bereits dieses positive Resümee zu ziehen.

Jenseits der Debatte unterstreicht Kurth in dem Schreiben seine Zweifel an den in Aussicht gestellten Kraftwerksneubauten. Die von der Energiebranche avisierten Projekte für die Zeit von 2007 bis 2012 mit einem Gesamtvolumen von 30.000 Megawatt (MW) halte er für stark überzogen: "Nach unseren eigenen Schätzungen könnte in der Tat eine Größenordnung von 10.000 bis 12.000 MW realistisch sein."

Doch nicht nur die zögerliche Erneuerung und Erweiterung des deutschen Kraftwerksparks bereiten Kurth Sorgen. Nach seiner Einschätzung kommt auch der Ausbau der Netze nicht voran. "Dies könnte die Versorgungssicherheit in Deutschland und in Europa erheblich tangieren", schreibt er laut Zeitung an Glos.

Dennoch treffe auch in dieser Hinsicht die großen Stromkonzerne keine Schuld, fügt der Netzagenturchef hinzu. Es gebe "keinen Anhalt dafür, dass die Verzögerungen durch die Übertragungsnetzbetreiber verursacht werden". Entscheidend seien vielmehr "überlange Genehmigungsverfahren". Diese würden zu einem Rückstau beim Netzausbau führen.

koe/dpa

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