Energie: Vattenfall wird 2008 Strompreise nicht erhöhen - DER SPIEGEL
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Energie Vattenfall wird 2008 Strompreise nicht erhöhen

Verschnaufpause für geschröpfte Verbraucher: In einem Interview kündigte Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka an, die Strompreise das gesamte Jahr über nicht zu erhöhen. Auch zeigte er sich gesprächsbereit, über günstige Stromtarife für sozial Schwache zu verhandeln.
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Berlin - Als erster Energiekonzern hat Vattenfall angekündigt, in diesem Jahr die Strompreise nicht zu erhöhen. In einem Interview der "Bild"-Zeitung sagt Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka, man habe zum 1. Januar die Preise nicht erhöht. Jetzt "ziehen wir sogar fürs gesamte Jahr 2008 die Preisbremse und halten unsere Tarife stabil", sagt er.

Das Unternehmen kündigte zudem an, die von der Bundesnetzagentur gekürzten Netzentgelte sofort an die Kunden weiterzureichen. Die Ersparnis daraus sei jedoch gering - in Berlin spare ein Durchschnittshaushalt dadurch nur gut elf Euro pro Jahr.

Die Bundesnetzagentur hatte die Gebühren für die Stromdurchleitung am Freitag deutlich gesenkt. Bei RWE strich die Agentur die Kosten, die das Unternehmen für den Betrieb seiner Leitungen beantragt hat, um 28 Prozent zusammen. Vattenfall muss um 15 Prozent senken, EnBW sogar um 29 Prozent - rückwirkend zum 1. Januar.

Ab Montag will das Unternehmen erstmals bundesweit einen preiswerten Internet-Stromtarif anbieten. Der neue Tarif "Vattenfall Easy" sei durchaus als Angriff auf die Konkurrenten zu verstehen - Vattenfall, der drittgrößte deutsche Stromanbieter, bedient bislang vor allem Ostdeutschland. "Wer heute zu teuer ist, den bestraft der Kunde", sagt Hatakka. Deshalb werde das Unternehmen jetzt für "mehr Konkurrenz bundesweit" sorgen.

Gesprächsbereitschaft zeigte Hatakka über die Einführung von Sozialtarifen für Arme aus. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte vergangene Woche in einer Regierungserklärung die deutschen Energieunternehmen aufgefordert, verbilligte Gas- und Strom-Tarife für sozial Benachteiligte anzubieten. Vattenfall werde sich der Verantwortung nicht entziehen, sagt Hatakka gegenüber "Bild".

Ein weiteres wichtiges Thema kommt im Interview indes nicht zur Sprache: Zum Jahresende war bekannt geworden, dass Vattenfall als Reaktion auf Kundenverluste ein weit reichendes Sparprogramm plant, das auch Stellenstreichungen vorsieht.

In Medienberichten hieß es unter Berufung auf Konzernkreise, im Zeitraum 2008 bis 2010 sollten die Ausgaben um insgesamt rund 100 Millionen Euro gesenkt werden. Zu betriebsbedingten Kündigungen solle es nicht kommen, lediglich Maßnahmen wie Frühverrentungen seien möglich. Derzeit hat Vattenfall Europe rund 20.000 Mitarbeiter.

Der schwedische Mutterkonzern Vattenfall AB ist den Berichten zufolge unzufrieden mit der Rendite seiner deutschen Tochter, die in den vergangenen Monaten Hunderttausende Kunden verlor.

ssu/AP/AFP/dpa-AFX/ddp/Reuters

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