Euro-Einführung: Handel wirft Banken Schikane vor - DER SPIEGEL
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Euro-Einführung Handel wirft Banken Schikane vor

Der Interessenverband der Einzelhändler erhebt kurz vor Ausgabe des Euro-Bargelds Anklage gegen die deutschen Banken. Bei der Währungsumstellung wälzen die Kreditinstitute angeblich alle Risiken auf die Kleinen ab.
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Berlin - Die Lasten sind ungleich verteilt, sagt Horst Krüger, Euro-Experte beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). So würden einige Kreditinstitute bei einer vorzeitigen Belieferung mit Euro das Konto des Kunden sofort belasten wollen - sie selbst aber müssten die Summe erst Anfang des Jahres an die Zentralbank zahlen.

Bei Kleinunternehmen mit schlechter Bonität weigerten sich die Banken zudem, genügend Wechselgeld zur Verfügung zu stellen. Das könnte dazu führen, dass zu Beginn der Euro-Ausgabe nicht genügend Kleingeld im Umlauf ist.

Bargeld-Nachfrage höher als erwartet

Bis zum Jahresende wird das Euro-Bargeld derzeit an kleine und mittlere Unternehmen des Handels ausgeliefert. Die Bestellungen sind höher als erwartet. Nach Auskunft der Volks- und Raiffeisenbanken ist die Erstausstattung der Unternehmen mit dem neuen Geld (Frontloading) inzwischen abgeschlossen. Jetzt gehe es um Nachbestellungen.

Der Handel kritisierte zudem, einige regionale Bankfilialen wollten entgegen des gemeinsamen Euro-Konzepts der Verbände und der Bundesbank ihre Schalter am 1. Januar überhaupt nicht oder nur für ausgesuchte Geschäftskunden öffnen. Andere Institute hätten mitgeteilt, dass sie ihre Geldautomaten nicht wie vereinbart umstellen würden.

Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken ist an Silvester damit zu rechnen, dass die Automaten zur Umstellung zeitweise abgestellt sind. Der Verband geht aber davon aus, dass die mit Euro gefüllten Automaten am 1. Januar wieder überwiegend funktionieren.