Euro-Panik Grenzen wieder dicht?
Berlin - Europaweit seien im Laufe der Jahre hohe Bargeldbeträge angesammelt worden, die aus Straftaten stammten, teilte das Bundesfinanzministerium am Donnerstag in Berlin mit.
Es sei davon auszugehen, dass die Straftäter in der Umtauschphase versuchen würden, dieses Geld in die Herkunftsländer zurückzubringen, um es dort in Buchgeld umzuwandeln oder in Euro-Bargeld zu tauschen. Die alten Nationalwährungen können bis zum 28. Februar 2002 bei den Banken in das neue Euro-Bargeld umgetauscht werden.
Die Polizei befürchtet, dass bei der Euro-Umstellung Falsch- und Schwarzgeld vor allem aus Osteuropa nach Deutschland geschwemmt wird. Im Ausland sind nach Schätzungen der Bundesbank rund 100 Milliarden Mark im Umlauf, ein Großteil davon in den Staaten der früheren Sowjetunion und auf dem Balkan.
Das Bundesfinanzministerium machte darauf aufmerksam, dass sich in den kommenden Monaten Beeinträchtigungen durch die verstärkten Kontrollen im Reiseverkehr nicht vermeiden lassen.
Der Zoll in Deutschland und Frankreich plane vor und während der Umstellungsphase flächendeckende Bargeldkontrollen, erklärte das Bundesfinanzministerium. Im Jahr 2000 fanden an den deutschen Grenzen nach Angaben des Ministeriums knapp 3000 Bargeld-Kontrollen statt, ein Drittel davon an der Grenze zur Schweiz. In jedem vierten Fall erstatteten die Fahnder Mitteilung an die zuständigen Finanzämter. Knapp zehn Millionen Mark wurden wegen Geldwäscheverdachtes sicher gestellt.