Expo Telekom will Yahoo ausschließen
Hannover - Nach der gerichtlichen Verfügung wird es der Expo Gesellschaft bei einer Strafe von 100.000 Mark untersagt, eine Produkt-Partnerschaft mit Yahoo zu vereinbaren. Dieser Vertrag wurde aber bereits geschlossen. Die Expo-Gesellschaft hat Widerspruch eingelegt, über den das Landgericht Hannover nun verhandelt. In letzter Minute wurde für Dienstag ein Gerichtstermin anberaumt.
Die Expo-Gesellschaft wolle sich um einen Vergleich bemühen, sagte Expo-Sprecher Andreas Lampersbach. Die Telekom hatte 1996 als erstes Unternehmen mit der Expo einen der so genannten Weltpartner-Verträge abgeschlossen. Diese Verträge sehen ein Engagement in Höhe von mindestens 30 Millionen Mark bei der Weltausstellung vor und sichern den Sponsoren im Gegenzug einen exklusiven Auftritt bei der Expo in ihrem jeweiligen Geschäftsbereich zu. Diese Exklusivrechte sah die Telekom nach Angaben des Gerichts durch die Expo-Produktpartnerschaft mit Yahoo als Konkurrent der Telekom-Tochter T-Online verletzt.Telekom-Sprecher Ulrich Lissek sagte dazu: "Wir haben mehr als hundert Millionen Mark in den Expo-Auftritt investiert. Wir wollen deshalb auch in unserem Geschäftsfeld der einzige Expo-Partner sein."
Nach Angaben von Expo-Sprecher Lampersbach kann Yahoo durch die Produkt-Partnerschaft, für die das Unternehmen zehn Millionen Mark zahlt, mit Suchmaschinen und Internet-Auktionen auf der Expo auftreten. Den Vertrag mit der Telekom sieht er durch die Vereinbarung mit Yahoo nicht tangiert. "Das werden wir auch vor Gericht deutlich machen", sagte Lampersbach.
Bei Yahoo Deutschland sorgte der Angriff der Telekom für Irritation. Yahoo-Sprecherin Claudia Strixner sagte: "Die Telekom wusste seit langem von unseren Aktivitäten für die Expo. Es ist schon seltsam, so kurz vor der Weltausstellung loszuschlagen."