Flugzeugbauer: Airbus setzt auf Staatshilfen - DER SPIEGEL
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Flugzeugbauer Airbus setzt auf Staatshilfen

Der europäische Flugzeugbauer Airbus will einem Pressebericht zufolge rund vier Milliarden Euro in sein neues Langstreckenmodell A350 investieren. Dabei rechnet der Konzern auch mit staatlichen Hilfen. Der Vorstoß könnte den schwelenden Subventionsstreit mit dem Erzrivalen Boeing erneut anheizen.
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Frankfurt am Main - Airbus plane, rund ein Drittel der deutschen Entwicklungskosten für den A350 über zinsgünstige staatliche Darlehen zu finanzieren, berichtet die "Financial Times Deutschland". Dies gehe aus internen Unterlagen des Bundesfinanz- und des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.

Für ein Darlehen aus dem staatlichen ERP-Sondervermögen an Airbus über 390 Millionen Euro hat der Bund demnach im Haushalt 2005 bereits eine Verpflichtungsermächtigung eingestellt. Auch die Airbus-Partnerländer Frankreich, Großbritannien und Spanien stellen ähnliche Förderungen bereit.

Airbus will in den nächsten 20 Jahren 900 A350 ausliefern. Die endgültige Entscheidung für den Start des Programms wird auf der Aufsichtsratssitzung der Airbus-Muttergesellschaft EADS   am 10. Dezember erwartet. Nach den Plänen soll die Fertigung zu einem Drittel aus Deutschland kommen. Die übrigen Arbeitsanteile entfallen auf die Partner Frankreich, Spanien und Großbritannien. Der Entwicklungskostenanteil der deutschen Airbus-Werke und ihrer Zulieferer liegt bei 1,19 Milliarden Euro, hieß es. Davon seien 390 Millionen Euro förderfähig.

Neue Nahrung für den Handelsstreit

Das Vorhaben könnte den Handelskonflikt zwischen den USA und der EU weiter anheizen. Der A350 konkurriert mit dem neuen Hoffnungsträger 7E7 des US Flugzeugbauers Boeing  .

Ausgerechnet jetzt zeichnet sich in dem Streit eine Entspannung ab. Die USA und Europa wollen die Eskalation eines weiteren transatlantischen Konflikts vor der Welthandelsorganisation (WTO) in letzter Minute vermeiden.

"Wenn die Europäische Union ernsthaft zu Verhandlungen bereit ist, sehe ich gute Chancen, von einem WTO-Verfahren abzusehen", sagte der Vorsitzende von Boeing Deutschland, Horst Teltschik, dem "Handelsblatt". Aus Boeing-Sicht sei die WTO "nicht die geeignete Plattform" für die Auseinandersetzung der Wettbewerber, betonte der Manager.

Eine Sprecherin des neuen EU-Handelskommissars Peter Mandelson sagte der Zeitung: "Wenn wir einen Prozess vor der WTO vermeiden könnten, der am Ende nur beiden Seiten schadet, viel Zeit und Geld kostet, wäre das gut."

Auf dem Höhepunkt des Subventionsstreits hatte Boeing am 6.Oktober 2004 Klage vor der WTO eingereicht, die Airbus umgehend mit einer Gegenklage konterte. Bei der WTO treten die USA und die EU als Beschwerdeführer der Konzerne auf.