Ford-Entlassungspläne Kahlschlag in den Büroetagen?
Detroit - Angesichts eines Verlustes von über einer Milliarde Dollar in den vergangenen zwei Quartalen hatte der neue Ford-Chef Bill Ford schon letzte Woche "harte Maßnahmen" angekündigt. Nach einem Bericht der "Financial Times" (FT) bedrohen die Einschnitte zunächst die Verwaltungsangestellten des Konzerns.
Dort könnten bis zu 10.000 Stellen abgebaut werden, unter anderem durch Kündigungen. Schon in den letzten Monaten waren über 4000 Stellen durch Frühpensionierungen weggefallen. Die Konzernführung werde in dieser Woche über die Sanierungsstrategie beraten.
Bisher wollten Bill Ford und der neue Geschäftsführer keine konkreten Zahlen über neue Stellenstreichungen nennen. An den Plänen werde weiterhin gearbeitet, sagten sie letzte Woche. Das Rationalisierungsprogramm solle wahrscheinlich erst im Januar beschlossen und öffentlich gemacht werden, schreibt die FT.
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Doch die Kosten-Ersparnisse, die der Job-Kahlschlag bringen könnte, werden nach Analysteneinschätzung immer noch nicht ausreichen. Ford müsse mindestens drei- bis fünfmal mehr einsparen als durch die Stellenstreichungen möglich.
So gilt die Entlassung von Büro-Angestellten bei Branchenbeobachtern als "einfache", aber bloß kurzfristige Lösung. Viel wichtiger, aber auch bedeutend schwieriger sei es, die Produktion umzustrukturieren.
Analysten halten es für nötig, dass Ford seine Fertigungskapazitäten in Nordamerika deutlich herunterfährt. Sie spekulieren, dass der Autobauer derzeit mit der Auto-Gewerkschaft über die Schließung von Werken verhandelt. Offenbar aber sei es schwierig, die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter zu erhalten.