Gegen Nitratbelastung: Einheitliche Regeln für Grundwasser-Messstellen beschlossen - DER SPIEGEL
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Gegen Nitratbelastung Kabinett beschließt einheitliche Regeln für Grundwasser-Messstellen

Eine Messstelle für 50 Quadratkilometer: Das Kabinett beschließt ein bundesweites Netz an Nitratprüfstationen für das belastete Grundwasser. Dazu kommen strengere Güllevorgaben.
In einigen Regionen wird noch immer zu viel Gülle und andere Dünger auf die Felder gebracht
In einigen Regionen wird noch immer zu viel Gülle und andere Dünger auf die Felder gebracht

In einigen Regionen wird noch immer zu viel Gülle und andere Dünger auf die Felder gebracht

Foto: Martin Wagner / imago images
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Das Grundwasser in vielen Kreisen Deutschlands ist zu stark mit Nitrat belastet , weil die Stickstoffeinträge durch Gülle, andere Düngemittel und die Biogaserzeugung zu hoch sind. Deshalb sollen nun bundesweit einheitliche Regeln für Gebiete mit hoher Nitratbelastung kommen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch Vorschriften, die unter anderem Mindestvorgaben für das Netz der Messstellen vorsehen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, die einheitlichen Kriterien seien ein wichtiger Schritt für mehr Fairness, Verursachergerechtigkeit und Nachvollziehbarkeit. Bisher sei das Vorgehen der Länder hier unterschiedlich gewesen, was zu verständlichem Unmut bei Landwirten geführt habe.

Überprüfung alle vier Jahre

Konkret muss es mindestens eine Messstelle für 50 Quadratkilometer Fläche geben. Dies sei im bundesweiten Schnitt schon der Fall, manche Länder lägen aber deutlich darunter, erläuterte das Ministerium. Die Ausweisung der belasteten Gebiete soll zudem künftig alle vier Jahre überprüft werden. Die Neuregelungen, mit denen sich der Bundesrat befassen muss, sollen voraussichtlich Ende September in Kraft treten. Die Länder hätten dann noch "bis Ende des Jahres Zeit, die belasteten Gebiete neu auszuweisen und ihre Landesverordnungen anzupassen", erklärte das Ministerium. Ab 1. Januar 2021 werden in diesen Gebieten besonders strenge Düngevorgaben gelten.

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Insgesamt sind die verschärften Düngeregeln seit Anfang Mai in Kraft. Damit werden unter anderem Zeiten beschränkt, in denen überhaupt gedüngt werden darf. Vorgeschrieben werden größere Abstände zu Gewässern. Für manche Flächen werden Obergrenzen festgelegt. In besonders belasteten "roten Gebieten" sollen Betriebe auf ihren Flächen insgesamt 20 Prozent weniger düngen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte, nun gebe es eine solide Grundlage, um die Nitratbelastung des Grundwassers und die Nährstoffbelastung von Gewässern zu verringern.

Bauernverband verlangt Ausnahmen

Der Bauernverband forderte Nachbesserungen an den Vorschriften. Betriebe, die im Einzugsgebiet unbelasteter Messstellen liegen oder die ordnungsgemäß wirtschaften, dürften nicht ungerechtfertigt mit den verschärften Auflagen für "rote Gebiete" überzogen werden. Für die Wasserversorger betonte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), wo die Nitratkonzentrationen zu hoch seien, müssten auch Maßnahmen ergriffen werden, um belastete Gebiete schnellstmöglich zu sanieren.

Nach langem Streit hatte der Bundesrat Ende März den Regelungen zugestimmt - auch angesichts drohender Strafzahlungen an die EU. Weil an vielen Orten das Grundwasser schon seit Jahren zu stark mit Nitrat belastet ist, macht die EU-Kommission Druck. Sie hatte Deutschland am Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt und 2018 Recht bekommen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war in der Bildunterschrift von "steigenden Güllemengen" die Rede, die für die Nitratbelastung des Grundwassers verantwortlich seien, und im ersten Satz von "immer mehr Gülle und andere Düngemittel". Tatsächlich gelangt in Deutschland vielerorts zu viel Gülle auf die Felder. Allerdings ist der Gülleeintrag zuletzt nicht gestiegen. Wir haben die entsprechenden Stellen korrigiert. Zudem hatten wir ein Foto von einem Traktor verwendet, der Gülle per Prallteller auf ein Feld verteilte. Diese Technik ist mittlerweile verboten, wir haben das Bild deshalb ersetzt.

caw/dpa/AFP

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