Herzprobleme US-Behörde warnt vor Bayer-Medikament
Washington - Bayer verkauft Naproxen unter dem Markennamen Aleve. Die FDA erklärte, Patienten sollten das Mittel maximal in der verschriebenen Dosis nehmen. Zudem sollte das Medikament ohne ärztlichen Rat nicht länger als zehn Tage eingenommen werden. Klinische Tests hatten ergeben, dass Naproxen das Risiko von Herzproblemen erhöhen könnte.
Naproxen war 1976 unter dem Namen Naprosyn als verschreibungspflichtiges Medikament auf den Markt gekommen. Das Produkt wird von der Roche Holding AG vertrieben. 1994 wurde das Mittel von der FDA als rezeptfreies Produkt zugelassen.
Bayer schloss einen Rückzug des Medikaments aus. Aleve sei ein erprobtes Mittel und seit 1976 in den USA auf dem Markt, sagte ein Bayer-Sprecher. Es bestehe kein Handlungsbedarf.
Nun müsse man auf Details jener Studie warten, die der FDA-Empfehlung zu Grunde gelegen habe. Bayer stimme aber grundsätzlich der FDA-Einschätzung zu, dass Aleve nur nach der Gebrauchsanweisung einzunehmen sei.
Wirkstoffgruppe unter Pauschalverdacht
Die FDA beruft sich auf Ergebnisse einer Studie des National Institutes of Health, die sich ursprünglich mit dem Entstehen der Alzheimer-Krankheit beschäftigte. Die Behörde nimmt seit dem Skandal um das Schmerzmittel Vioxx von Merck & Co. die gesamte Wirkstoffgruppe der COX-2-Mittel unter die Lupe.
Pfizer sieht sich mit ersten Sammelklagen wegen Celebrex konfrontiert. Die beiden US-Anwaltskanzleien Finkelstein, Thompson & Loughran und Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz LLP haben am Freitagabend Klagen eingereicht. Beide werfen dem Unternehmen vor, im Zeitraum 1. November 2000 bis 16. Dezember 2004 irreführende und unrichtige Äußerungen bezüglich der Sicherheit der Medikamente Celebrex und Bextra veröffentlicht zu haben.