HP-Compaq-Fusion: Verräterischer Anrufbeantworter - DER SPIEGEL
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HP-Compaq-Fusion Verräterischer Anrufbeantworter

HP-Chefin Carly Fiorina ist in Bedrängnis geraten. Der Vorwurf, sie habe im Vorfeld der Abstimmung über die Fusion mit dem Rivalen Compaq Anteilseigner massiv unter Druck gesetzt, scheint sich zu erhärten.
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New York - Das Unternehmen müsse "etwas Außergewöhnliches" tun, um zwei Großinvestoren zur Zustimmung der umstrittenen Fusion zu bewegen, sagte Fiorina zwei Tage vor der Abstimmung auf den Anrufbeantworter ihres Finanzchefs Robert Wayman. Die Nachricht wurde anonym an einen Reporter der Silicon-Valley-Tageszeitung "Mercury News" weitergeleitet, berichtet die "New York Times". Bei den zwei Großinvestoren handele es sich um die Deutsche Asset Management, eine Tochter der Deutschen Bank, und die Northern Trust, sei weiter zu hören gewesen. Die Nachricht auf dem Anrufbeantworter erhärte den Vorwurf, dass Hewlett-Packard bei der Abstimmung am 19. März massiv versucht habe, Stimmen für die umstrittene Fusion mit dem Rivalen Compaq zu gewinnen.

Eine Sprecherin von Hewlett-Packard hat bereits die Echtheit der Telefonnachricht bestätigt. Allerdings würde sich das "Außergewöhnliche" auf persönliche Überzeugung der Anteilseigner beziehen und nicht auf erpresserische Methoden. In der Tat habe Hewlett-Packard im Vorfeld der Fusionsabstimmung außerordentliche Anstrengungen unternommen wie zum Beispiel Dutzende Präsentationen gehalten, sagte Wayman der "Mercury News". "Wir haben allerdings nie vorschriftswidrig gehandelt, und das werden wir vor Gericht beweisen", versicherte der HP-Finanzchef.

Bedeutsam könnte der Mitschnitt auf dem Anrufbeantworter allerdings für Fiorinas erbitterten Fusionsgegner Walter Hewlett werden. Hewlett hatte eine Klage wegen Stimmenmanipulation eingereicht. Im Mittelpunkt dieses Prozesses steht eine der beiden laut Anrufbeantworter zu umgarnenden Großinvestoren: die Deutsche Bank mit ihrer Tochter Deutsche Asset Management. Hewlett-Packard wird vorgeworfen, die Deutsche Bank bedroht zu haben, in Zukunft die Geschäftsbeziehungen mit ihr abzubrechen, sollte die Tochter Deutsche Asset Management nicht für die Fusion stimmen. Sie sei gezwungen worden, sich mit rund 17 Millionen ihrer mindestens 25 Millionen Aktien für die Fusion auszusprechen, heißt es in der Klageschrift weiter. Die Deutsche Asset Management war bis kurz vor der Abstimmung als Gegner der Fusion bekannt. Hewlett-Packard hatte bisher jegliche Vorwürfe als "falsch" zurückgewiesen. Der von Walter Hewlett angestrengte Prozess beginnt am 23. April.