Infineon Neuer Chef bis September
München - Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei von 70 Millionen Euro im ersten Quartal auf 71 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit schnitt das Unternehmen, dessen Vorstandschef Ulrich Schumacher vor knapp vier Wochen überraschend zurückgetreten war, deutlich besser ab als von Analysten erwartet.
Die Aktie von Infineon legte trotz der insgesamt schwachen Tendenz im Dax deutlich zu. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 18 Millionen Euro gerechnet.
Den Umsatz im zweiten Quartal bezifferte Infineon auf 1,67 (erstes Quartal: 1,62) Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 24 Millionen Euro Vorsteuergewinn sowie einem Umsatz von rund 1,60 Milliarden Euro gerechnet.
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Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte Infineon wegen der Krise in der Halbleiterbranche noch einen Verlust vor Zinsen und Steuern in Höhe von 221 Millionen Euro verbucht. Der Ausblick ist optimistisch. Für das kommende Jahr erwarte er für die Chipbranche eine niedrige zweistellige Wachstumsrate, sagte Interimschef Max Dietrich Kley.
Bei der Präsentation der Vierteljahresbilanz hat Kley zudem darauf hingewiesen, trotz des Rückzugs von Ex-Konzernchef Ulrich Schumacher an der bisherigen Strategie festzuhalten. "Infineon ist sinnvoll ausgerichtet", bekräftigte Kley. Es gebe keinen Grund für wesentliche strategische Änderungen.
Suche nach neuem Chef geht "gut voran"
Warum der Konzern sich dann von CEO Schumacher getrennt habe, auf diese von Journalisten erneut vorgebrachte Frage, gab Kley keine ausreichende Antwort. Doch immer wieder waren Seitenhiebe gegen Schumacher zu spüren, etwa bei Bemerkungen wie: "Der Vorstand besteht jetzt nicht mehr aus einem Mann, sondern einem Team," oder: "Die Strategie ist richtig, wir müssen sie nur endlich umsetzen."
Bei der Suche nach einem Nachfolger für Schumacher komme Infineon gut voran, sagte Kley. Es gebe zwei Kandidaten, mit denen sich der Aufsichtsrat in den kommenden Wochen befassen und voraussichtlich auch zu einer Entscheidung kommen werde. Der Nachfolger könne bereits Ende Juli, spätestens aber im September im Amt sein. Beide Kandiaten kämen von außen, seien Deutsche und hätten Erfahrungen in der Halbleiterindustrie.