Insider-Verdacht SEC-Chef deckt Präsident Bush
Washington - Nach Ansicht von Pitt gibt es keinen Grund, "die alte Geschichte wieder aufzurollen". Die Untersuchung wegen möglichen Insiderwissens des heutigen US-Präsidenten Bush sei 1991 abgeschlossen worden, sagte Pitt in einem Fernsehinterview. Die SEC hatte damals, als George Bush senior noch Präsident war, keine Anhaltspunkte gefunden, die einen Insiderverdacht gegen Bush junior - zu dieser Zeit Vorstandsmitglied von Harken Energy - erhärtet hätten.
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Nach Ansicht von US-Journalisten gibt es aber sehr wohl einen Grund, die alte Geschichte noch einmal aufzurollen. Bush soll nämlich schon 16 Tage vor dem Verkauf seiner Harken-Aktien im Jahre 1990 gewusst haben, dass die texanische Ölfirma in finanziellen Nöten war. Wie die "Washington Post" am Sonntag unter Berufung auf das Zentrum für öffentliche Integrität (Center for Public Integrity) berichtete, hatte Bush als Vorstandsmitglied und Berater des Unternehmens einen wöchentlichen Bericht über die Finanzperspektiven der Harken-Filialen erhalten.
Bush selbst versichert bis heute, seine Anteile verkauft zu haben, um Kredite zurückzuzahlen. Er sei von den extremen Verlusten der Firma Harken Energy überrascht gewesen. Der umstrittene Aktiendeal des Präsidenten war im Zuge der Unternehmensaffären in die Diskussion geraten. Bush hatte 1990 Harken-Aktien im Wert von 848.560 Dollar (rund 857.000 Euro) verkauft. Wenige Wochen später meldete die Firma Verluste von 23 Millionen Dollar, was einen Kurssturz der Aktie auslöste.
Pitt warf den US-Demokraten vor, aus ihren Forderungen nach einer Veröffentlichung der Akten politisch Kapital schlagen zu wollen. Mit Blick auf die jüngsten Bilanzierungsaffären in den USA fügte er hinzu: "Wieso können wir uns nicht auf WorldCom, Enron und all die anderen Unternehmen konzentrieren ...? Warum werden wir abgelenkt ...?" Er räumte jedoch ein, dass die Akten veröffentlicht würden, wenn Bush selbst dies verlange.
Der SEC-Chef wehrte sich auch gegen Vorwürfe, nur unzureichend auf Ungereimtheiten bei der Bilanzierung von US-Unternehmen reagiert zu haben. Forderungen nach einem Rücktritt wies Pitt in einem Interview des US-Senders CBS zurück. Die Börsenaufsicht werde in Zukunft aggressiver gegen Bilanzfälschungen vorgehen, sagte Pitt. Bush hatte vor einer Woche angekündigt, die SEC zu stärken. Eine Reihe von Bilanzaffären bei US-Konzernen hatte das Vertrauen der Anleger erschüttert und zu erheblichen Kurseinbrüchen geführt.